Schlussbericht
Dax geht mit hohen Verlusten ins Wochenende

Eine ernüchternde Woche für den Dax: Auf Wochensicht hat der Leitindex mehr als drei Prozent verloren. Am letzten Wochenhandelstag verhagelten Konjunkturdaten den Anlegern die Stimmung. Ein Solarwert stürzte ab.
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FrankfurtKonjunkturdaten aus Europa und den USA haben am Freitag für Sorgenfalten und Verkaufsstimmung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone und der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschten Anleger auf ganzer Linie und ließen den Dax zwei Prozent tiefer bei 6.561 Punkten schließen.

Einige Anleger schienen sich wohl auch nach der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ zu richten. Auf Wochensicht hat der Dax gut dreieinhalb Prozent verloren – fast 250 Punkte.

Die US-Wirtschaft hat im April überraschend wenige Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 115.000, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 170.000 gerechnet. Im März waren es 154.000 und damit 34.000 mehr als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 auf 8,1 Prozent.

„Es geht nur langsam bergauf“, sagte Analyst Nigel Gault von IHS Global Insight. Mehr sei angesichts des verhaltenen Wirtschaftswachstums nicht drin. Das Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 2,2 Prozent gewachsen, Ende 2011 waren es noch drei Prozent.

Für schlechte Stimmung sorgten zudem Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sank im April um 2,4 auf 46,7 Punkte und damit auf einen der niedrigsten Werte seit der Rezession Mitte 2009. Das Barometer entfernte sich zugleich weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der es Wachstum anzeigt.

In Italien sackte der Index für die Dienstleister auf den tiefsten Stand seit Juni 2009. Das Land steckt ebenso in der Rezession wie Spanien. Dort liefen die Geschäfte im Servicesektor zum zehnten Mal schlechter als im Vormonat.

Anstehende Wahlen sorgen für Verunsicherung
Für Nervosität unter den Anlegern sorgten auch die am Wochenende anstehenden Wahlen. Am Markt werde allgemein damit gerechnet, dass der Sozialist Francois Hollande bei der Stichwahl um das französische Präsidentenamt siegt, sagte ein Börsianer. Der größere Unsicherheitsfaktor sei Griechenland, wenn dort eine europakritische Regierung an die Macht komme.

„Wenn die derzeit regierende Koalition nicht genügend Stimmen bekommt, werden sich die Kurse in den Peripherie-Staaten unterdurchschnittlich entwickeln“, warnte Achilleas Georgolopoulos, Anlagestratege der Lloyds Bank. „Italien und Spanien wird es am härtesten treffen.“

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  • solange sich die wirtschaftlichen Daten nicht weltweit verbessern, wird es auch keinen Aufschwung an der Boerse geben. Dieses kleine "auf und ab" Duempeln gab es schon immer, ohne Abhaengigkeit der Lage. Erst muessen die grundliegenden Probleme geloesst werden bis es zum Bull-Market kommt. ...Und bis dahin sind wir noch Jahre entfernt.
    Die EU/Euro Katastrophe, sowie die US Wirtschaftssituation fangen jetzt erst an heiss zu werden.
    Solange es Fluktation gibt, sind unsere Jungs an der Boerse gluecklich. Jeder Furz wird da als Gluecksblase oder schwarzer Peter ausgewertet.

  • Freitag geht es runter, Montag wieder rauf, der Dax spielt mit den Nerven und macht einen Dauerlauf! Reimt sich sogar :-) Mein Tip ist aufwärts, heute wurde wieder mal getestet wie gut die Nerven sind und wie viele Stop-Loss gleich ausklinken. Waren sicher nur ein paar Leerverkäufe zum Testen, ob die Lawine geht.

  • Ähh, was soll'n das bitte? Wahrscheinlichkeit ist Trumpf. Mit der Börse ist es wie mit dem Wetter, wenn man Meterologe ist kann man ein wenig die Zukunft sehen bzw. spürt wo es lang geht. Trader haben das auch drauf. Und wenn man die Wahrscheinlichkeit a la Gauss nicht vergisst, bleibt man auch im Plus.

    [Gegendarstellungen werden natürlich entgegen genommen]

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