Schlussbericht

Dax schließt mit hohen Verlusten

Eine ernüchternde Woche für den Dax: Auf Wochensicht hat der Leitindex mehr als drei Prozent verloren. Am letzten Wochenhandelstag verhagelten Konjunkturdaten den Anlegern die Stimmung. Ein Solarwert stürzte ab.
Update: 04.05.2012 - 17:46 Uhr 40 Kommentare
Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Dax über Wochensicht mehr als ein Prozent ein. Quelle: AFP

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Dax über Wochensicht mehr als ein Prozent ein.

(Foto: AFP)

FrankfurtKonjunkturdaten aus Europa und den USA haben am Freitag für Sorgenfalten und Verkaufsstimmung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone und der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschten Anleger auf ganzer Linie und ließen den Dax zwei Prozent tiefer bei 6.561 Punkten schließen.

Einige Anleger schienen sich wohl auch nach der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ zu richten. Auf Wochensicht hat der Dax gut dreieinhalb Prozent verloren – fast 250 Punkte.

Die US-Wirtschaft hat im April überraschend wenige Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 115.000, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 170.000 gerechnet. Im März waren es 154.000 und damit 34.000 mehr als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 auf 8,1 Prozent.

„Es geht nur langsam bergauf“, sagte Analyst Nigel Gault von IHS Global Insight. Mehr sei angesichts des verhaltenen Wirtschaftswachstums nicht drin. Das Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 2,2 Prozent gewachsen, Ende 2011 waren es noch drei Prozent.

Für schlechte Stimmung sorgten zudem Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sank im April um 2,4 auf 46,7 Punkte und damit auf einen der niedrigsten Werte seit der Rezession Mitte 2009. Das Barometer entfernte sich zugleich weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der es Wachstum anzeigt.

In Italien sackte der Index für die Dienstleister auf den tiefsten Stand seit Juni 2009. Das Land steckt ebenso in der Rezession wie Spanien. Dort liefen die Geschäfte im Servicesektor zum zehnten Mal schlechter als im Vormonat.

Anstehende Wahlen sorgen für Verunsicherung
Für Nervosität unter den Anlegern sorgten auch die am Wochenende anstehenden Wahlen. Am Markt werde allgemein damit gerechnet, dass der Sozialist Francois Hollande bei der Stichwahl um das französische Präsidentenamt siegt, sagte ein Börsianer. Der größere Unsicherheitsfaktor sei Griechenland, wenn dort eine europakritische Regierung an die Macht komme.

„Wenn die derzeit regierende Koalition nicht genügend Stimmen bekommt, werden sich die Kurse in den Peripherie-Staaten unterdurchschnittlich entwickeln“, warnte Achilleas Georgolopoulos, Anlagestratege der Lloyds Bank. „Italien und Spanien wird es am härtesten treffen.“

Analystenkommentare und Bilanzen gaben den Ton an
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40 Kommentare zu "Schlussbericht: Dax geht mit hohen Verlusten ins Wochenende"

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  • solange sich die wirtschaftlichen Daten nicht weltweit verbessern, wird es auch keinen Aufschwung an der Boerse geben. Dieses kleine "auf und ab" Duempeln gab es schon immer, ohne Abhaengigkeit der Lage. Erst muessen die grundliegenden Probleme geloesst werden bis es zum Bull-Market kommt. ...Und bis dahin sind wir noch Jahre entfernt.
    Die EU/Euro Katastrophe, sowie die US Wirtschaftssituation fangen jetzt erst an heiss zu werden.
    Solange es Fluktation gibt, sind unsere Jungs an der Boerse gluecklich. Jeder Furz wird da als Gluecksblase oder schwarzer Peter ausgewertet.

  • Freitag geht es runter, Montag wieder rauf, der Dax spielt mit den Nerven und macht einen Dauerlauf! Reimt sich sogar :-) Mein Tip ist aufwärts, heute wurde wieder mal getestet wie gut die Nerven sind und wie viele Stop-Loss gleich ausklinken. Waren sicher nur ein paar Leerverkäufe zum Testen, ob die Lawine geht.

  • Ähh, was soll'n das bitte? Wahrscheinlichkeit ist Trumpf. Mit der Börse ist es wie mit dem Wetter, wenn man Meterologe ist kann man ein wenig die Zukunft sehen bzw. spürt wo es lang geht. Trader haben das auch drauf. Und wenn man die Wahrscheinlichkeit a la Gauss nicht vergisst, bleibt man auch im Plus.

    [Gegendarstellungen werden natürlich entgegen genommen]

  • Puh! Alter Verwalter, habe ja seit Ewigkeiten nicht mehr hier in die Kommentarfunktion geschaut und geschrieben. Aber wie ich sehe und lese, nach wie vor das alte Spiel der Trolle gegen die Trader. Aber es war eine amüsante Abendlektüre und die Bestätigung, das der Rückzug aus dem "Forum" die richtige Entscheidung war. Euch allen weiter viel Erfolg und ein Schönes Wochenende.

  • Im Casino, und die Börse ist nichts anderes, spielt man immer alleine gegen alle. Das können die wenigsten, denn dafür schmeckt Geld zu salzig.

    Die eigene Strategie kann nichts ersetzen, alle Angebote ausschlagen, und sie ist nie deckungsgleich.
    EIN Indikator, daß man eine richtige Strategie hat, ist, man hat nur Feinde.

    Am besten vergegenwärtigt man sich den Bankencrash, bevor man sein Geld in die eigene Hand nimmt und zum Fenster raus wirft, respektive ein Konto beim Broker eröffnet.

    Dabei sitzen in den Banken Profis, Profis insofern, daß die schon den ganzen kleinen Fischchen überlegen sind, weil sie über Wissen verfügen, welches ein mehr an Möglichkeiten bietet.
    Und trotz allen Wissens, aller Interna, die dem Außenstehenden verborgen bleiben, oder verspätet zukommen, verlieren sie langfristig. Wie viel mehr noch die kleinen Fischchen.

    Hin und her macht Taschen leer. Das ist Grundwissen, Traiding. Schwerer Fehler.

  • @Realist: Ist mir bekannt, dass daytrading für Sie/Dich uninteressant ist. Kein Wunder, 90% der Privat"anleger" erleiden damit Minus 100% - ein heisses Eisen also.
    Ist auch nur ein Teil meiner Aktivitäten, zugegebenermaßen aber ein wesentlicher, sonst würde ich es nicht tun.
    Sparen, Investieren, Spekulieren - der Dreiklang macht was draus, auch wenn meine Erträge zu mehr als 70% kurzfristiger Natur sind, aber das Ergebnis will auch anders als auf Tagesgeld investiert werden. Insofern freue ich mich auf den zukünftigen Austausch. Sie/Du hatten/hattest mal anklingen lassen, viel von Beteiligungen zu halten, da gibt es momentan feine Sachen im Bereich Luftfahrt/Immobilien, im Sekundärmarkt auch was bei Schiffen. Könnte interessant sein, sich dazu auszutauschen.
    Egal, schönes WE und bis bald!

  • @ deltaone

    Ja, am Markt aktiv - aber ganz vorsichtig. Gezielte Nachkäufe auf solider Basis und auf Langfristigkeit. Ganz wohl ist mir noch nicht, ich halte, wie schon im März getextet, die 6.200 für realistisch in den kommenden Monaten. Das wäre meine Basis für weitere Investitionen.

    PS:
    Daytrading interessiert mich im Prinzip nicht.

  • Weisheit im Sinne von Gleichmut, Gelassenheit, Demut. Im Gegensatz zu Überheblichkeit, Großspurigkeit, Angeberei usw..

    Große Fresse kann jeder - - - bevor er auf die Nase fällt. Danach wird es erst richtig interessant.

    Die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen halte ich dagegen für sekundär. Das wird erst die Zeit zeigen.

  • @ Demut_durch_Wehmut

    So so, warum greifen Sie den Hamburger genau dergestalt an, wie Sie es mir nun vorwerfen? Gönnen Sie ihm doch den Erfolg. Er lag die letzten Wochen verdammt gut. Als Trader, als Investor hat er sich m.W. nie gesehen.

    Für Lanfristinvestitionen, da gebe ich Ihnen recht, sind diese Schwankungen vergleichsweise unerheblich. Gleichwohl nimmt man die in die Planungen mit auf.

    Sie wundern sich, wie ICH Personen angreife??? Donnerwetter! Da lesen Sie mal Ihren eigenen Post von heute an den Hamburger. ;-)


  • Weisheit also... Ein hohes Wort, inbesondere gepaart mit Anlageentscheidungen. Die wünscht sich jeder, obwohl er mehr oder weniger den Unbillen des Kapitalmarkts ausgeliefert ist.
    Nuja, jeder wie er kann, wie er will...

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