Schlussbericht
Dow-Jones-Index steuert auf Rekordmonat zu

Fehlende Details zur europäischen Schuldenlösung belasteten zum Wochenausklang die US-Börsen. Außerdem machten viele Investoren erstmal Kasse. Whirlpool-Aktien stürzten regelrecht ab.
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DüsseldorfDie US-Börsen haben sich am Freitag uneinheitlich ins Wochenende verabschiedet. Die Euphorie an der Wall Street über die Beschlüsse des Euro-Gipfels ließ nach. Am Donnerstag waren die Märkte um rund drei Prozent gestiegen, nachdem sich die Euro-Staaten auf Schritte zur Lösung der Schuldenkrise geeinigt hatten. „Die wichtigste Nachricht der Woche kam gestern und heute sehen wir die typische Kursreaktion darauf“, sagte Wayne Kaufman, Marktanalyst bei John Thomas Financial. „Vielleicht gibt es in der kommenden Woche eine Konsolidierung des Marktes. Aber danach wird eine nachhaltige Rally folgen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,2 Prozent auf 12.231 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.164 und 12.251 Stellen. Der Dow setzte damit seine jüngste Rally
fort, wenn auch mit gebremstem Tempo. Der Leitindex steuert nach dem zweitletzten Handelstag im Oktober auf den größten Monatsgewinn seit Januar 1987 zu.

Der breiter gefasste S&P-500 trat mit 1.285 Zählern auf der Stelle, doch das Börsenbarometer hält ebenfalls Kurs auf einen historischen Rekordmonat.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zuletzt 0,1 Prozent tiefer bei 2.737 Stellen. Im Wochenvergleich rückte der Dow um 3,6 Prozent, der Nasdaq um 3,8 Prozent und der S&P um 3,7 Prozent vor.

In Frankfurt hatte der Dax zuvor mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 6.346 Punkten die Woche beendet. Es dürfte nun eine etwas kritischere Nachlese der Ergebnisse des EU-Gipfels einsetzen, hieß es seitens der HSH Nordbank. Auch Börsianer verwiesen darauf, dass „der Teufel im Detail steckt“. Mit der Einigung im Rücken buhlt Europa nun um Milliarden-Investitionen aus China. Die Regierung in Peking gibt sich aber vorsichtig
abwartend.

Heftig unter Druck standen an der NYSE die Aktien von Whirlpool , die mehr als 14 Prozent einbrachen. Der weltgrößte Haushaltsgeräte-Hersteller hatte von einem Nachfragerückgang in Europa und den USA sowie gestiegenen Kosten berichtet und seine Jahresprognose eingedampft. Zur Senkung der Kosten sollen 5.000 Stellen gestrichen werden.

Die Papiere von Chevron rückten um 0,6 Prozent vor. Der zweitgrößte US-Ölkonzern steigerte sein Ergebnis im Quartal deutlicher als erwartet.

Merck-Papiere legten 2,3 Prozent zu. Der Pharmakonzern erhöhte dank guter Geschäfte mit seinen Diabetes- und Asthma-Mitteln seinen Gewinn stärker als prognostiziert.

Auch bei Baidu ging es aufwärts, die Aktien verteuerten sich um 4,5 Prozent. Ein boomendes Werbegeschäft hat Chinas größtem Suchmaschinenbetreiber einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Baidu zerstreute damit auch Bedenken, die schwächelnde Weltwirtschaft könne zu sinkenden Werbeausgaben der Unternehmen führen.

Der erneute Strategieschwenk beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard gab den Papieren Auftrieb. Der US-Konzern will seine PC-Sparte nun doch weder abspalten noch verkaufen. Die Entscheidung traf die neue Konzernchefin Meg Whitman. Sie soll HP nach dem Rauswurf des deutschen Konzernlenkers Leo Apotheker wieder auf Kurs bringen. HP-Aktien stiegen um 3,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Milliarden Aktien den Besitzer. 1.478 Werte legten zu, 1.502 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1.114 im Plus, 1.406 im Minus und 109 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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