Schlussbericht Frankfurt
Dax: Anleger üben sich in Zurückhaltung

Die Anleger haben sich am deutschen Aktienmarkt am Montag zurückgehalten. Händler sagten, die meisten Investoren seien verunsichert, wie die Leitzinsen in Europa und den USA weiter entwickelten. Die Papiere von Vossloh brachen in der Spitze zweistellig ein, nachdem der Verkehrstechnikkonzern seine Gewinnprognose erneut deutlich gesenkt hatte.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel bei niedrigen Umsätzen 0,27 Prozent schwächer bei 5 514 Punkten. „Viele Anleger sind immer noch vorsichtig und unentschlossen und halten sich deshalb auch zurück“, sagte Händler Stefan Chmielewski von Lang & Schwarz. „Die ganzen Inflations- und Zinserhöhungsängste sind ja auch nicht von heute auf morgen weg, sondern beschäftigen den Markt weiter.“

Ein Börsianer verwies auf die Mitte der Woche beginnende Sitzung der US-Notenbank (Fed). „Vor der Zinsentscheidung der Fed wird nicht so viel passieren, weil alle darauf warten, wie es mit der US-Zinspolitik weitergeht“, sagte er. Am Markt gilt als ausgemacht, dass die Fed am Donnerstag den Schlüsselzins für die weltgrößte Volkswirtschaft um 25 Basispunkte anheben wird. Spannender dürfte aber sein, ob die Fed in ihrer anschließenden Erklärung ein Ende des zweijährigen Zinserhöhungszyklus andeutet oder nicht. Nach Äußerungen von EZB-Ratsmitglied Yves Mersch sei auch die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen Zinsschritts der Europäischen Zentralbank (EZB) in naher Zukunft wieder etwas gestiegen, hieß es in den Handelsräumen.

Für Diskussionsstoff sorgte die Einigung der Stahlkonzerne Mittal und Arcelor auf eine Fusion, nachdem sich Arcelor über Monate dagegen gestemmt hatte. „Dass Mittal das Angebot erhöht hatte, unterstützt Stahlaktien“, sagte ein Händler. Zudem kurbele der Zusammenschluss die Spekulationen auf weitere Fusionen in der Branche wieder an.

Die Aktien von Thyssen-Krupp kamen jedoch nach anfänglichen Kursgewinnen unter Druck und verbilligten sich bis zum Handelsschluss um 2,6 Prozent auf 25,13 Euro. Einige Marktteilnehmer waren der Ansicht, dass es negativ für den Stahlriesen wäre, sollte er bei Dofasco nun womöglich doch nicht zum Zuge kommen. Mittal und Arcelor sind sich über die Zukunft des kanadischen Stahlkochers noch nicht einig.

Im Handelsverlauf unter Druck gerieten die Aktien des Siemens-Konzerns, die sich zeitweise um mehr als zwei Prozent auf 65,85 Euro verbilligten. Der Chef der Kraftwerkssparte hatte gesagt, es werde schwierig, im laufenden Geschäftsjahr die Renditeziele zu erreichen.

Weit oben in der Gunst der Anleger standen die Aktien von MAN, die um knapp zwei Prozent auf 54,53 Euro zulegten. Die Aktien des Lkw- und Anlagenbauers profitierten vom gestiegenen Lkw-Absatz des schwedischen Konkurrenten Volvo, sagte ein Händler.

Die rote Laterne im MDax übernahmen von Beginn an die Aktien von Vossloh mit einem Minus von 15 Prozent. Der Verkehrstechnikkonzern hatte am Freitag nach Börsenschluss seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Zum Handelsschluss am Montag waren Vossloh-Aktien für 37,45 Euro zu haben - ein Abschlag von 9,5 Prozent.

Von ihrem jüngsten Kurseinbruch erholten sich die Papiere von Vivacon, die in der Spitze acht Prozent zulegten. Die Titel waren am Freitag um 17 Prozent abgerutscht, nachdem das Immobilienunternehmen den Börsengang einer Tochter abgeblasen hatte.

Gefragt waren im Technologieindex TecDax in erster Linie Biotechnologewerte, allen voran Morphosys-Aktien, die knapp 6,5 Prozent gewannen. Die Titel des Unternehmens profitierten nach Aussagen von Börsianern vom Ausbau einer Kooperation mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis.

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