Schlussbericht Frankfurt
Dax fällt unter 6000 Punkte

Im Sog der Dollar-Schwäche ist der Dax zum Wochenausklang unter die psychologisch wichtige Marke von 6 000 Punkten gesunken. An der Spitze der Verlierer lagen die Automobilwerte. Die Titel von Thyssen-Krupp setzten dagegen ihre Kursrally fort.

HB FRANKFURT. Der Dax fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten und beendete den Xetra-Handel 2,3 Prozent im Minus bei 5916,28 Zählern. „Die Negativ-Faktoren, die in den vergangenen Tagen auch schon vorhanden waren, rücken heute in den Vordergrund und dienen als Begründung für Gewinnmitnahmen“, sagten Händler. Ein anderer Börsianer verwies zusätzlich auf die am Nachmittag vorgelegten überraschend schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen. „Die Zahlen belasten die Wall Street und diesem Sog können wir uns nicht entziehen."

Anleger machten quer durch alle Branchen Kasse. Verstärkt wurde dieser Trend Händlern zufolge durch die Abwertung der US-Währung, da Gewinnmitnahmen für Investoren aus dem Dollar-Raum derzeit besonders lohnenswert sind. Der Euro kletterte erstmals seit einem Jahr wieder über 1,29 Dollar. Gold erreichte am Freitag mit 730 Dollar je Feinunze ein 26-Jahres-Hoch. Der Ölpreis gab nur leicht auf knapp 73 Dollar je Barrel (159 Liter) nach.

Auch bei den Nebenwerten sorgten Gewinnmitnahmen für empfindliche Kursverluste. So verlor der MDax 2,4 Prozent auf 8847,64 Zähler, nachdem er vor zwei Tagen noch ein Rekordhoch von 9161,33 Punkten erreicht hatte.

An der Spitze der Dax-Verlierer lagen die Automobilwerte, deren Absatzchancen auf dem weltweit wichtigsten Automarkt USA durch die Dollar-Schwäche geschmälert werden. „Die Aussicht auf steigende europäische Zinsen drückt die Stimmung zusätzlich“, erläuterte ein Händler. „Denn das heißt, dass die Verbraucher für ihre Autos, die sie auf Raten kaufen, mehr zahlen müssen.“ So verloren die Aktien von Daimler-Chrysler 4,1 Prozent auf 42 Euro.

Unter starken Verkaufsdruck gerieten auch die Papiere von Continental, nachdem Konkurrent Michelin unter Hinweis auf die gestiegenen Rohstoff-Preise seine Gesamtjahresziele in Frage gestellt hatte. Daraufhin waren die Aktien des französischen Reifenherstellers in Paris um mehr als sieben Prozent eingebrochen. Continental-Finanzchef Alan Hippe bekräftigte allerdings seine Prognosen für 2006. „Wir denken, dass wir die Preiserhöhungen bei den Rohmaterialien kompensieren können“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aktien des Hannoveraner Autozulieferers trugen mit einem Minus von 4,2 Prozent auf 89,21 Euro die rote Laterne im Dax.

Die Titel von Thyssen-Krupp legten dagegen nach der Vorlage der Geschäftszahlen weiter zuund stiegen zeitweise auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 29,98 Euro. Damit hat sich der Wert des Papiers in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt. „Die Zahlen sind ein Kracher, einfach nur brillant“, freute sich ein Börsianer. Thyssen hatte dank des anhaltenden Stahlbooms das beste Quartalsergebnis seit der Fusion 1999 vorgelegt und die Gesamtjahresprognose angehoben. Thyssen war der einzige Wert mit nennenswerten Kursgewinnen im Dax. Die Aktien schlossen zwei Prozent höher bei 29,09 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%