Schlussbericht Frankfurt

Dax kommt vor Zinsentscheid nicht voran

Investoren zeigten sich vor den Zinsentscheidungen der Notenbanken zurückhaltend. Die Umsätze an den Börsen waren gering. Einige Anleger spekulierten auf einen historischen Schritt der EZB.
Update: 04.07.2012 - 18:10 Uhr 36 Kommentare

Börse Frankfurt am Mittag

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch vor der anstehenden EZB-Zinsentscheidung uneinheitlich entwickelt. Zum Börsenschluss notierte der Dax, der es zwischenzeitlich fast ins Plus geschafft hatte, 0,20 Prozent tiefer bei 6564,80 Punkten. An den vorangegangenen drei Handelstagen war der Leitindex als Reaktion auf die Ergebnisse vom jüngsten EU-Gipfel noch um knapp sieben Prozent gestiegen. Der MDax legte am Mittwoch um 0,43 Prozent auf 10 690,58 Punkte zu und der TecDax gewann 0,60 Prozent auf 772,92 Punkte.

Die Umsätze waren Händlern zufolge gering, da die Börsen in den USA wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen blieben und damit die Aktivität von US-Anlegern fehlte. Dies dürfte sich aber mit der EZB-Sitzung am Donnerstag, von der viele Experten eine Senkung des Leitzinses erwarten, und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag deutlich ändern.

Das Eurogeddon-Depot
huGO-BildID: 7591209 ** FILE ** A flagrance and flavours researcher analyses a pineapple, at Givaudan in Duebendorf near Zurich, in this June 7, 2000
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Givaudan

Der weltgrößte Aromen- und Riechstoffhersteller hat im vergangenen Jahr 252 Millionen Franken verdient. Vor allem der starke Franken und steigende Rohstoffkosten haben den Gewinn des weltgrößten Aromen- und Riechstoffherstellers schrumpfen lassen. Der Genfer Konzern peilt ein jährliches organisches Wachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent an, bei einem durchschnittlichen Marktwachstum von zwei bis drei Prozent. Große Hoffnungen setzt das Unternehmen dabei auf die Schwellenländer. Bis ins Jahr 2015 soll gut die Hälfte der Umsätze mit Riechstoffen und Aromen in Asien und Lateinamerika erzielt werden. Dafür hat das Unternehmen im abgelaufenen Jahr große Investitionen in Anlagen in China, Brasilien, Mexiko, Argentinien und Russland getätigt. Im Jahr 2011 erzielte Givaudan bereits 42 Prozent seiner Umsätze in Schwellenländern.

Die zunehmende Volatilität der Rohstoffpreise mache die Ergebnisse unberechenbarer, schrieb HSBC-Analyst Sebastian Satz zuletzt in einer Studie. Allerdings könnten der defensive Charakter und die Wachstumsdynamik im derzeitigen Marktumfeld positiv gesehen werden.

Allerdings ist die Aktie bei einem Kurs von derzeit 770 Euro nicht wirklich ein Schnäppchen.

KGV (Prognose 2012): 17,89


Nestle cereal boxes are pictured through a logo in the company supermarket at the Nestle headquarters in Vevey
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Nestlé

Der Wachstumshunger des weltgrößte Lebensmittel-Konzern ist riesig. Neben so bekannten Marken wie Nespresso, Häagen-Dazs, Maggi, Kitkat oder Perrier gesellt sich seit neuestem auch die Babynahrungssparte des US-Pharma-Konzerns Pfizer hinzu. Fast zwölf Milliarden Dollar haben die Schweizer dafür auf den Tisch gelegt. Dass das Unternehmen gerade mal 2,4 Milliarden Dollar Umsatz macht wird angesichts des hochprofitablen Geschäfts und der starken Präsenz im Boom-Markt Asien scheinbar Nebensache.

Auch in Europa läuft es trotz Krise erstaunlich gut. So konnte der Konsumgüter-Hersteller im Geschäftsjahr 2011 nicht nur den Absatz steigern (plus vier Prozent), sondern auch die operative Gewinnmarge - um stolze 2,3 Punkte auf 15,6 Prozent. Die Titel selbst sind in den letzten drei Jahren von 26 auf 46 Euro gestiegen.

Analyst Warren Ackerman von Societe Generale zeigte sich in einer Studie zwar langfristig von dem Lebensmittelkonzern nach wie vor überzeugt, allerdings sehe er auf kurze Sicht weniger Kurstreiber für die Aktie. Dem widerspricht seine Kollegin Eileen Khoo von Morgan Stanley. Ihrer Meinung nach wird das Tiernahrungsgeschäft der Schweizer als wichtiger Treiber für das Wachstum und den Gewinnmix unterschätzt. Vor allem dank eines positiveren Ausblick im entscheidenden US-Markt dürfte sich das Wachstum in diesem Bereich in den kommenden zwölf Monaten beschleunigen, so die Expertin.

KGV (Prognose 2012): 16,52

Logo of Swiss pharmaceutical company Roche is pictured in Rotkreuz
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Roche

Gerade erst musste der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern die Entwicklung des Herz-Kreislauf-Medikaments Dalcetrapib aufgeben. Das Medikament, dem bereits ein Umsatzpotenzial von bis zu zehn Milliarden Dollar zugesprochen wurde, hatte sich in einer Phase-III-Studie als unwirksam erwiesen.

Dafür sorgten Meldungen zu anderen Medikamente für freundliche Analystenstimmen. Die Zulassung von Pejeta sei nach der deutlichen Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit in Brustkrebsstudien allgemein erwartet worden, schrieb Kepler-Experte Martin Voegtli in einer Studie. Die Probleme im Herstellungsprozess des Mittels dürfte Roche schnell in den Griff bekommen. Die Zulassung sei ein wichtiger Schritt, um dem künftigen Umsatzschwund von Herceptin ab 2014 in Europa entgegen zu wirken.

Sein Kollege Stephen McGarry von der französischen Großbank Societe Generale äußerte sich wohlwollend zu den Studienergebnissen für den Antikörper RoActemra zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis. Die statistischen Daten wiesen auf einen bedeutenden Vorteil für das Roche-Mittel gegenüber Humira vom Konkurrenten Abbott hin. Die Studie sei mit einer hohen Anzahl an Probanden sehr umfangreich. Dies sei nicht nur ein Zeichen für den Wettbewerbsdruck, sondern auch für das Potenzial, das Roche hinter der Entwicklung sehe.

KGV (Prognose 2012): 11,33

Rolltreppen im Einkaufszentrum
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Schindler Group

Der Schweizer Aufzugs- und Fahrtreppenkonzern sprach im vergangenen Jahr noch von ungünstigen Konjunkturaussichten und einem schwierigen Marktumfeld insbesondere in Südeuropa und in den USA. Gleichzeitig wurden Entlassungen angekündigt, etwa vier Prozent der 44.000 Beschäftigen sollten abgebaut werden. Trotzdem konnte die weltweite Nummer Zwei unter den Aufzugshersteller den Auftragsbestand im ersten Quartal 2012 um 5,4 Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Franken erhöhen und auch den Umsatz auf 1,9 Milliarden Franken anheben. Ein Problem bleibt allerdings weiterhin der starke Franken und so will sich die Gruppe verstärkt auf die strategischen Wachstumsmärkte konzentrieren und seine Produktions- und Entwicklungskapazitäten in China und Indien ausbauen.

Anleger die in den letzten drei Jahren involviert waren können sich derzeit bei knapp 90 Euro über eine Kursverdopplung freuen.

KGV (Prognose 2012): 17,95

Switzerland Syngenta US Litigation
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Syngenta

Die Verkäufe von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sind im ersten Quartal beim weltgrößte Hersteller von Saatgut stärker gestiegen als von Analysten erwartet. Syngenta profitierte eigenen Aussagen zufolge von der robusten Nachfrage aus Südamerika nach Saatgut. Zudem boomt derzeit das Geschäft mit Saatgut für Mais und Soja. Daneben will das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren 380 Millionen Euro nach Afrika fließen lassen. Der Schweizer Agrarkonzern sieht den Kontinent als „strategische Wachstumsregion“ an.

Anfang Juni senkte Analyst Patrick Lambert von der Societe Generale in einer Studie seine diesjährige Gewinnprognose für den Agrarkonzern vor allem aufgrund des starken US-Dollars leicht ab. Dennoch entwickele sich das bereinigte Geschäft 2012 weiterhin stark, und auch insgesamt unterschätze der Markt die Wachstumsaussichten des Unternehmens, so Lambert. Auch die Experten von Cheuvreux beließen die Aktien von Syngenta auf ihrer "Country Selected List" mit einem Kursziel von 370,00 Franken.

KGV (Prognose 2012): 14,77

huGO-BildID: 21845839 Pressebilder Coca Cola zum Firmenjubiläum 125 Jahre 2011
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Coca-Cola

Der Getränkehersteller und seine Marken haben in mehr als 125 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren und sind beispielsweise in fast in allen Schwellenländern auf dem Vormarsch. Die Käufer sind bereit, mehr Geld dafür auszugeben als für das heimische Zuckerwasser. "Coca-Cola hat zum Beispiel in Indien 75 Prozent Marktanteil; ich halte es für ausgeschlossen, dass je ein indischer Getränkekonzern das erreicht", sagt Rajiv Jain, Schwellenländerfondsmanager für die Bank Vontobel in New York.

Aber auch in allen anderen Regionen der Welt konnte das Unternehmen aus Atlanta seinen Getränkeabsatz im ersten Quartal 2012 steigern. Star-Investor Warren Buffet schwört übrigens ebenfalls auf die braune Brause. Er hält rund 200 Millionen Aktien am US-Giganten, was einem Anteil von 21,2 Prozent in seinem Portfolio entspricht.

Die Aktien seien zwar ambitioniert bewertet, blieben wegen der stetigen Gewinnentwicklung aber langfristig kaufenswert, meint Analyst Emil Heppel von der Landesbank Berlin (LBB).

KGV (Prognose 2012): 18,45

Unilever steigert Gewinn - Abbau von 20000 Arbeitsplätzen geplant
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Unilever

Der Konsumgüterriese konnte zum ersten Quartal trotz der Wirtschaftsflaute ein solides Wachstum präsentieren. Der Umsatz des britisch-niederländische Unternehmens stieg bereinigt um 8,4 Prozent. Der Hersteller von Knorr-Suppen und Dove-Seifen konnte damit sogar die Analysten übertreffen. Vor allem die Schwellenländer, wo Unilever mehr als die Hälfte seines Geschäfts macht, sorgen für Wachstum, während sich die Märkte in Europa eher schwach präsentieren. Die weltweite Nummer Drei der Branche fürchtet aber, dass die steigenden Materialkosten etwa für Öl die Geschäfte im Jahresverlauf bremsen werden. Auch bleibe das konjunkturelle Umfeld schwierig, stellte das Unternehmen klar.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Unilever nach Daten zum US-Konsumgütermarkt jedenfalls auf "Overweight" belassen. Der niederländisch-britische Konzern habe in den vier Wochen bis zum 12. Mai im unverändert robusten Konsumgütergeschäft Marktanteile gewonnen, schrieb Analystin Celine Pannuti Ende Mai in einer Branchenstudie.

KGV (Prognose 2012): 15,41

„Nach den erfreulichen Kursanstiegen der vergangenen Tage sind leichte Gewinnmitnahmen vor einer so entscheidenden EZB-Sitzung nicht unüblich“, kommentierte Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades aus London. „Sollte die EZB die Märkte morgen enttäuschen, will keiner auf dem falschen Fuß erwischt werden.“

Die Aktien der Autobauer hielten sich nach Absatzzahlen ein wenig besser als der Dax. Daimler sanken um moderate 0,12 Prozent, nachdem die Stuttgarter im ersten Halbjahr weltweit so viele Autos verkauft hatten wie noch nie.

Im Juni hatte sich die Entwicklung wegen der Wirtschaftskrise in Europa allerdings deutlich abgeschwächt. BMW schlossen nach US-Absatzzahlen für den Juni knappe 0,02 Prozent höher. Die VW-Vorzüge rückten um 0,04 Prozent vor, nachdem die Wolfsburger für die erste Jahreshälfte die weltweit höchsten US-Verkaufszahlen seit 1973 berichtet hatten. Außerhalb des Leitindex bescherten gute US-Absätze dem Sportwagenbauer Porsche ein Kursplus von 0,55 Prozent.

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36 Kommentare zu "Schlussbericht Frankfurt: Dax kommt vor Zinsentscheid nicht vom Fleck"

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  • Auf genaue Punkte fuer den Dax würde ich mich nicht festlegen wollen. Auch mag ich auch Aktien außerhalb von Europa ( z. Bsp: Süd Korea hat mir schon viel Freude bereitet)

    Sicher sind ein paar Dinge:
    1. Es wird eine schmerzhafte 'Lösung' zur Schuldenkriese geben ( Inflation und/oder Schuldenschnitt)
    2. Danach wird es gewaltig aufwärts gehen (da will ich mitmachen)

    Solange die Börsen reine politische/kriesen Börsen sind ist für mich der Beste Weg einfach aussitzen und nicht nervös machen lassen, auch wenn es Geduld fordert.

    Auch meine Zeit wird wieder kommen :-)

    Ich finde das 'Forum' toll. So viele Spezialisten hier: 1. Immer genau Hoch und Tief erwischen, oder alles Geld in exotische Aktien haben, die unglaubliche Performance machen...

    Komisch, ich schaffe das nie....

    Schönen Abend noch

  • @Privatanleger

    hier beurteilt der Meister den Privattrader und Deltaone,
    haben Sie Einblick in deren Gewinne/Verluste oder sind Sie Kollegen aus demselben Stall ?

  • Ihr ganzen Qualitätsaktien da draußen:

    Ich liebe euch. Ihr seit das wundervollste Instrument an den Finanzmärkten.

  • Da scheinst du auf dem richtigen Weg zu sein.

    Wir sehen uns wieder bei einem DAX mit 10 000 - 12 000 Punkten im Sommer 2015.

    Wir sehen uns wieder bei einem DAX mit 13 000 Punkten im Jahr 2017.

  • Da gebe ich dir (ihnen) recht. Selbst mit Ausbildung kann das böse ins Auge gehen, es gibt genug Beispiele...
    Ich bin sicher, das fast ALLE 'Hobby daytrader ' langfristig ihr Geld und Nerven in den Sand setzen.
    Ist wie im Casino, am Ende gewinnt die Bank...

  • Ich meinte ausdrücklich die Daytrader. Gegen langfristiges investieren mit Aktien v. a. nach der Value Methode oder indirekt über erstklassige Fonds ist nichts einzuwenden. Derivate höchstens zur Absicherung. Auch Daytraden darf sein, aber nur bei entsprechender Ausbildung.

  • @Privatanleger

    Alle langfrist 'Investoren' sind Loser?

    Ich bin kein Daytrader und werde sicher auch keiner werden.
    Meine Gesundheit ist mir wichtiger...
    Ich stehe um Beispiel mit dem meisten Geld in Liquiditaet (in Gold) und warte ganz in Ruhe ab, bis sich alles wieder beruhigt hat.
    Auch wenn es ein paar Jahre dauert. 'Short' mit Optionscheinen gehen ich niemals.
    Bin ich ein Loser deshalb?

  • Hier gibt es zwei fähige Daytrader; Privattrader und Deltaone.

    Der Rest der Trader sind jämmerliche Loser, bei denen die Lichter bereits ausgegangen sind.

  • Zu mindestens lassen sich Aussagen dann ohne Zweifel einer Person zuordnen, wenn diese als Mitglied schreibt.

    Hier ist es ruhig geworden. Ist aber verständlich. Wer sein Tradingkapital verspielt hat, kann nur noch zusehen. Den Anstand und Charakter hier nochmals über seinen offensichtlichen Misserfolg zu schreiben, darf man von manchen hier wohl nicht erwarten.

  • Den Anstand erzeugt man nicht durch Registrierung,
    z. Bsp. brauchen Sie mich nicht zu duzen.
    Außerdem nutzen Registrierte unregistrierte Namen.

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