Schlussbericht Frankfurt
Dax: Kurseinbrüche auf breiter Front

Nach nur einem Tag Verschnaufspause hat der Dax seine Talfahrt fortgesetzt. Neue Hiobsbotschaften aus den USA lösten eine weitere Verkaufswelle aus. Besonders hart traf es die Bankenwerte. Händler sprachen von einer Art „Untergangsstimmung“.

HB FRANKFURT. Der Dax fiel am Donnerstag um 2,4 Prozent auf 7270 Punkte. Auch bei den Nebenwerten machten die Anleger Kasse. Der MDax fiel um 4,4 Prozent auf 9508 Punkte, der TecDax um 4,5 Prozent auf 833 Zähler.

Die Nervosität angesichts der durch Ramschhypotheken ausgelösten Krise für die Kreditwirtschaft drückte die Kurse auf breiter Front. Das Umsatzvolumen erreichte fast 15 Milliarden Euro.

Händler sprachen teilweise sogar von panikartigen Verkäufen und einer Art „Untergangsstimmung“, insbesondere an den asiatischen Märkten ging es steil bergab. Der schwache Markt am Donnerstag sei sicher auf die negativen Vorgaben aus Übersee aber auch auf eine Abwärtsrotation zurückzuführen, sagte Petra von Kerssenbrock, technische Analystin bei der Commerzbank. Diese Konsolidierung nach unten dürfte sich ihrer Einschätzung nach sowohl zeitlich als auch räumlich noch ausweiten. Andere Hänlder merkten an, viele Fonds bräuchten jetzt Geld und versilbertn ihre Anteile.

Auslöser der neuerlichen Verkaufswelle sind die Nöte des größten US-Anbieters von Baufinanzierungen, Countrywide Financial, der nach Einschätzung von Merrill Lynch möglicherweise vor einem Bankrott steht. Zudem soll nach Medienberichten die Ratingagentur Moody's vor dem Zusammenbruch eines großen Hedgefonds gewarnt haben, der die Finanzmärkte stören könnte.

„Das Schlimme ist im Moment die Unsicherheit“, sagte ein Börsianer. „Keiner weiß, wie hoch die Risiken sind: Entweder wissen die Banken es wirklich nicht, oder sie haben etwas zu verstecken. Und beides ist nicht gut.“ Daher sei im Moment den Anlegern Bargeld lieber als Aktien.

Für den Dax schlossen Händler einen weiteren Kursrutsch bis unter das Vorjahresschlussniveau von knapp 6600 Zählern nicht aus. Verglichen zu den europäischen Indizes habe der deutsche Leitindex noch viel Platz nach unten. Der Dax notiert noch etwa zehn Prozent über dem Vorjahresschluss, während die meisten übrigen europäischen Indizes schon darunter liegen. Der am Freitag anstehende kleine Verfall an den Terminmärkten trage ebenfalls zur Nervosität bei.

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