Schlussbericht Frankfurt
Dax legt Verschnaufpause ein

Nach dem kräftigen Zugewinn am Vortag hat sich der Dax am Donnerstag eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Belastet von Gewinnmitnahmen nach der guten Vortagesentwicklung verzeichneten die deutschen Aktienindizes Verluste. Die stärksten Kursverluste gab es bei den Finanzwerten.

HB FRANKFURT. Der Dax verlor bis zum Abend 0,18 Prozent auf 7.736,63 Punkte. Der MDaxsank 0,69 Prozent auf 10.271,60 Zähler, und der TecDAX gab 0,52 Prozent auf 914,68 Punkte ab.

„Das Strohfeuer der Zinsentscheidung ist erloschen, aber wir haben uns stabil gehalten“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Bank Vontobel. Die stärksten Kursverluste im Dax verzeichneten die Finanzwerte: Die Deutsche Bank gab um 2,04 Prozent auf 92,25 Euro ab. Belastend wirkten Aussagen von Chef Josef Ackermann, mit denen er Fehler seines Hauses im Zusammenhang mit der internationalen Krise an den Finanzmärkten einräumte. Ackermann rechnet im dritten Quartal mit Belastungen. „Das klingt etwas negativer als in den letzten Stellungnahmen“, sagte ein Börsianer. Hypo Real Estate (HRE) büßten 2,74 Prozent auf 37,65 Euro ein, Deutsche Postbank verloren 1,69 Prozent auf 50,63 Euro.

Metro-Papiere profitierten vom anstehenden Führungswechsel und legten als klarer Spitzenreiter um 6,21 Prozent auf 66,70 Euro zu. Der bisherige Aufsichtsratschef Eckhard Cordes soll Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Körber werden. Marktteilnehmer nahmen die Nachricht sehr positiv auf. „Cordes gilt als guter Sanierer. Ihm ist eher zuzutrauen, für Kaufhof und Real die richtigen Weichen zu stellen“, sagte ein Börsianer.

Rwe-Titel gewannen 0,80 Prozent auf 86,41 Euro. Der Vorstandschef Harry Roels legt sein Amt zum Monatsende und damit vier Monate früher als bislang geplant nieder. Nachfolger werde wie geplant Jürgen Großmann, teilte der Aufsichtsrat mit. „Damit bleibt das befürchtete Machtvakuum aus“, kommentierte ein Börsianer.

Außerhalb der großen Indizes gaben die Aktien von Air Berlin nach zunächst kräftigen Kursgewinnen bis zum Abend 0,08 Prozent auf 12,97 Euro ab. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will den Ferienflieger Condor übernehmen und mit dem dritten Einkauf in kurzer Folge seine Position auf dem europäischen Markt ausbauen.

Nicht zu stoppen ist der Höhenflug des Euro: Erstmals hat die Gemeinschaftswährung am Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 1,40 Dollar geknackt. Die EZB legte den Referenzkurs am Nachmittag bei 1,4030 Dollar fest. Finanzmarktexperten sehen kein Ende der akuten Dollarschwäche. Wirtschaftsvertreter und Politiker in Deutschland befürchten jetzt, dass die Aufwertung des Euro mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gefährdet.

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