Schlussbericht Frankfurt
Dax markiert neues Jahreshoch

Der Deutsche Aktienindex ist am Freitag zum Handelsschluss auf Tuchfühlung mit der 6 000-Punkte-Marke geblieben. Stark gefragt waren die Titel von SAP und Henkel, die Mehrjahres-Hochs erreichten.

HB FRANKFURT. „Die Chancen für weitere Kursgewinne stehen gut“, sagte ein Börsianer. „Schließlich haben die letzten Tage gezeigt, dass Anleger jeden noch so kleinen Kursrückgang zum Einstieg nutzen. Offenbar sind immer noch viele unterinvestiert. Außerdem sind deutsche Aktien auf Basis der Gewinnaussichten der Unternehmen noch nicht überteuert.“

Für Gesprächsstoff auf dem Parkett sorgten Gerüchte um ein Interesse des US-Computerkonzerns IBM an SAP. Die Aktien des Walldorfer Software-Herstellers stiegen in der Spitze um 1,3 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Hoch von 180,10 Euro. Sie schlossen 0,7 Prozent im Plus bei 179,01 Euro. Die Chancen einer Übernahme durch IBM schätzten Börsianer als gering ein. „Aber der Chart sieht auch gut aus, und da hilft so ein Gerücht zusätzlich“, betonte ein Händler. SAP wollte diese Marktspekulationen nicht kommentieren.

Henkel-Papiere kletterten zeitweise um knapp drei Prozent auf den höchsten Stand seit Juni 1998 und verabschiedeten sich mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 96,47 Euro ins Wochenende. „Die haben sich in London bei einer Investorenveranstaltung sehr gut präsentiert“, sagte ein Händler. „Außerdem sind Henkel bei 96 Euro charttechnisch ausgebrochen, das hat zusätzlich für Käufe gesorgt.“

Das Schlusslicht bildeten Allianz und Münchener Rück, deren Papiere sich um 1,3 Prozent auf 137,78 und 117 Euro verbilligten. Börsianer sprachen in beiden Fällen von Gewinnmitnahmen.

Im MDax ragten die Papiere von Schwarz Pharma mit einem Anstieg von bis zu 7,2 Prozent heraus, nachdem die Titel am Donnerstag bereits um zehn Prozent zugelegt hatten. Im Tagesverlauf schmolz das Plus aber auf 0,5 Prozent zusammen. Der Medikamentenhersteller meldete neue Fortschritte bei seinem Wirkstoff Lacosamid, dem er jährliche Spitzenumsätze von 600 Millionen Euro zutraut.

Die Aktien von Praktiker bauten ihre Vortagsgewinne um 1,9 Prozent auf 23,99 Euro aus. „Offenbar spekulieren einige Anleger darauf, dass die Zahlen besser ausfallen als bei Hornbach“, sagte ein Händler. Praktiker will am Dienstag Geschäftszahlen vorlegen. Ein Börsianer nannte andere Gründe: „Nachdem bei Karstadt die Fantasie endgültig raus ist, schichten Investoren in Praktiker um.“ Karstadt-Aktien verloren 3,9 Prozent auf 19,41 Euro.

Der Immobilienentwickler und -verwalter Patrizia debütierte am Freitag am Prime Standard. Die Titel lagen am Ende mit 23 Euro fast ein Viertel über dem Ausgabepreis von 18,50 Euro.

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