Schlussbericht Frankfurt
Dax rutscht unter 5700-Punkte-Marke

Der Deutsche Aktienindex hat belastet von starken Kursschwankungen an den US-Börsen zum Wochenausklang wieder leichte Einbußen hinnehmen müssen. Die deutlichsten Verluste verzeichneten Deutsche Bank und RWE. Die Liste der Gewinner wurde angeführt von Metro und Lufthansa. Gesprächsthema Nummer eins am Kapitalmarkt war jedoch die angekündigte Fusion von New York Stock Exchange und Euronext.

HB FRANKFURT. Der Dax verlor zum Handelsschluss 0,36 Prozent auf 5687,04 Punkte - im Wochenvergleich gab er damit rund 100 Punkte ab. Der Mdax zeigte sich relativ unbeeindruckt und nahm einen Gewinn von 1,13 Prozent auf 8264,80 Zähler mit ins Wochenende. Auch der TecDax legte 1,00 Prozent auf 670,11 Punkte zu.

„Die US-Arbeitsmarktdaten sind sehr unterschiedlich aufgenommen worden“, sagte ein Händler. Einerseits dämpfen die schwächer als erwartet ausgefallenen Daten die Sorgen über weiter steigende Zinsen. Andererseits deute die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt auf eine merkliche konjunkturelle Abschwächung hin. Ein anderer Marktteilnehmer verwies zudem auf Gewinnmitnahmen vor dem langen Pfingst-Wochenende. „Nach den Gewinnen der letzten zwei Tage bringen einige ihre Schäfchen lieber ins Trockene."

Gesprächsthema Nummer eins am Kapitalmarkt war die angekündigte Fusion der New York Stock Exchange und der Euronext zur größten Börse der Welt. Nach dem Beschluss zur Fusion gingen die Aktien der Deutschen Börse auf Berg- und Talfahrt. Die Titel drehten nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus und gingen mit einem Verlust von 1,15 Prozent auf 105,30 Euro aus dem Handel. Die Frankfurter teilten mit, sie wollten weiter auf einen Zusammenschluss mit Euronext hinarbeiten. Euronext-Chef Jean-François Théodore bot inzwischen der Deutschen Börse an, dem neuen Börsenverbund mit der NYSE beizutreten.

Infineon-Titel hielten sich im vorderen Feld des Dax und gewannen 0,88 Prozent auf 9,13 Euro. Dank der positiven US-Vorgaben machten dem Chipkonzern negative Nachrichten am Markt weniger zu schaffen.

Aktien der Deutschen Bank standen nur optisch im Minus. Bereinigt um den Dividendenabschlag von 2,50 Euro legten die Titel 0,73 Prozent auf 88,65 Euro zu. Die Bank hat ein neues Aktienrückkaufprogramm gestartet, in dessen Rahmen sie bis zum 31. Oktober 2007 eigene Aktien von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals - das heißt bis zu 51,9 Millionen Aktien - erwerben will.

Erneut unter Verkaufsdruck standen die Aktien der beiden Dax-Schwergewichte Eon und RWE, die 1,36 Prozent auf 88,65 Euro beziehungsweise 1,76 Prozent auf 64,69 Euro verloren. Medienberichten zufolge wurden die Zentralen der Firmen wegen des Verdachts auf illegale Absprachen durchsucht.

Zu den größten Gewinnern gehörten Lufthansa und Metro. Metro stiegen um 1,7 Prozent auf 44,88 Euro und wurden vom sich verbesserten Konsumklima getragen. Zudem habe sich der Titel von zu hohen Verlusten erholt, hieß es im Handel. Lufthansa wurden von der Hoffnung auf gute Verkehrszahlen getrieben. Die Aktien stiegen um 1,5 prozent auf 13,85 Euro. Die Zahlen werden kommende Woche veröffentlicht.

Im Mdax legten Aktien von SGL Carbon 3,51 Prozent auf 17,41 Euro zu. Händler verwiesen auf positive Aussagen des Unternehmens auf einer Konferenz in Frankfurt am Vortag. Konzernchef Robert Koehler habe gesagt, er wolle die Preise 2007 um mindestens 10 Prozent erhöhen. Außerdem soll das zweite Quartal besser als geplant ausgefallen sein.

Bei den Technologietiteln stach United Internet mit plus 4,95 Prozent auf 46,22 Euro heraus. Händlern zufolge profitierten die Aktien von einem Bericht im „Handelsblatt“. Danach erhöht die Deutsche Telekom die Rabatte für DSL-Wiederverkäufer. In New York lagen die Indizes zum Börsenschluss in Deutschland im Minus. Der EuroStoxx 50 gab zum Handelsschluss 0,31 Prozent auf 3636,89 Zähler ab.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere fiel leicht auf 3,89 (Vortag: 3,90) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,03 Prozent auf 117,22 Punkte. Der Bund- Future legte 0,49 Prozent auf 116,37 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2815 (Donnerstag: 1,2736) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7803 (0,7852) Euro.

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