Schlussbericht Frankfurt
Dax sackt weiter ab

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Vortagsverluste ausgebaut. Die Verliererseite im Dax führte der Siemens-Konzern an. Auch das Damoklesschwert der US-Immobilienkrise schwebte weiter über der Börse.

HB FRANKFURT. Der Dax fiel um 1,46 Prozent auf 7692,55 Punkte. Der TecDax verlor angeführt von GPC Biotech 1,65 Prozent auf 923,77 Punkte. Der MDax verbuchte ein Minus von 1,00 Prozent auf 10 845,46 Zähler.

Zahlreiche Unternehmen aus Dax und MDax standen mit Zahlen im Fokus. Im späten Handel gab der Leitindex ebenso nach wie die US-Börsen, wo die Marktteilnehmer angesichts anhaltender Sorgen um den Immobilienmarkt in den USA einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder verloren.

Siemens und Continental überraschten den Markt mit der Bekanntgabe, dass Siemens seine Tochter VDO an den Autozulieferer für 11,4 Milliarden Euro verkauft. Zudem plant Siemens die Übernahme von Dade Behring, einem US-Unternehmen in der klinischen Labordiagnostik, für rund 7 Milliarden US-Dollar. Zu Handelsende sank der Siemens-Kurs um 5,98 Prozent auf 99,70 Euro. Damit waren die Anteile Schlusslicht im Dax.

Händler sagten, die Dade-Übernahme sei zu „zu teuer“. Auch die vorgelegten Quartalszahlen stießen bei der Mehrzahl der Börsianer auf wenig Begeisterung. Den Verkaufspreis für VDO an Continental bewerten viele Börsianer ebenfalls skeptisch. Statt 12 oder gar 13 Milliarden Euro, die andere Anbieter zu zahlen bereit gewesen wären, müsse der Automobilzulieferer nur 11,4 Milliarden Euro aufbringen. Continental- Titel gewannen 1,67 Prozent auf 108,50 Euro.

Die Aktie der Merck KGaA verlor 2,39 Prozent auf 95,21 Euro. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern legte erstmals als Mitglied des Leitindex seine Zahlen vor. Händler und Analysten beurteilten die Bilanz zum zweiten Quartal unterschiedlich.

Daimler-Chrysler präsentierte ebenfalls Zahlen. Die Aktie gewann 1,81 Prozent auf 66,93 Euro. Lufthansa-Titel sprangen nach Zahlen um 2,95 Prozent auf 20,97 Euro an und waren damit zweitbester Wert im Index. Der Luftfahrtkonzern hatte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr stärker als erwartet gesteigert.

Mit plus 5,02 Prozent auf 35,15 Euro standen die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) an der Dax-Spitze. Händler verwiesen weiterhin auf Aussagen des Zentrums für Medicare und Medicaid- Gesundheitsdienstleistungen in den USA (CMS). Die von CMS vor wenigen Tagen bestätigte EPO-Richtlinie, die den angemessenen Einsatz des Hormons Erythropoietin (EPO) und damit die Hämoglobin-Menge bei Patienten mit Nierenleiden regelt, erfülle FMC längst. Diese Nachricht setze sich nun langsam am Markt durch und gebe der Aktie Auftrieb.

Im MDax gewann die Aktie von Praktiker 1,94 Prozent auf 31,50 Euro. Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette steigerte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig und prognostizierte nun für das Gesamtjahr ein höheres operatives Ergebnis als bislang. Im TecDAX brachen die Titel von GPC Biotech weiter um 33,42 Prozent auf 9,82 Euro ein, nachdem sie bereits am Freitag rund 35 Prozent verloren hatten. Der Biotechnologie-Konzern hat einen herben Rückschlag bei der US-Zulassung für das Krebsmittel Satraplatin erlitten.

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