Schlussbericht Frankfurt
Dax scheitert erneut an 6 000-Punkte-Marke

Auf Grund von Spekulationen um weitere US-Zinserhöhungen ist der Dax am Montag an der wichtigen Marke von 6000 Punkten gescheitert. Er beendete den Xetra-Handel ein Prozent im Minus bei 5912,26 Zählern.

HB FRANKFURT. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand die Berg- und Talfahrt der Aktien von Karstadt-Quelle, nachdem ein Immobilienverkauf der eingehenden Prüfung der Anleger nicht standgehalten hatte. "Offenbar haben einige Anleger Angst davor, dass die US-Notenbank Fed morgen weitere Zinserhöhungen signalisieren wird", sagte ein Händler. Am Markt gilt die fünfzehnte Anhebung des US-Leitzinses in Folge um weitere 25 Basispunkte auf dann 4,75 Prozent als sicher. "Wir werden sicher noch eine fünf vor dem Komma sehen", sagte Postbank-Händler Ascan Iredi.

Im MDax reagierten die Karstadt-Titel zunächst mit einem Plus von bis zu fünf Prozent auf den Verkauf der Waren- und Sporthäuser des Einzelhandelskonzerns. Damit kletterten sie auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Im Tagesverlauf brachen sie jedoch ein und lagen zeitweise acht Prozent im Minus. "Käufer ist ein Konsortium von Goldman Sachs und Karstadt selber", betonte ein Händler. Da wäre es schon ein wenig Augenwischerei, wenn man von einem echten Verkauf sprechen würde. Ein anderer Börsianer sagte, offenbar habe sich kein außen stehender Käufer für die Warenhäuser gefunden. Karstadt-Papiere schlossen 1,8 Prozent tiefer bei 22,25 Euro.

Unter starkem Verkaufsdruck standen außerdem die Aktien von GEA, die sich um 6,1 Prozent auf 13,61 Euro verbilligten. "Die Aktienplatzierung lastet natürlich auf dem GEA-Kurs", sagte ein Händler mit Blick auf den geplanten Ausstieg des Großaktionärs Otto Happel. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein biete die rund 20-prozentige Beteiligung Happels institutionellen Investoren an.

Bei den Standardwerten waren die Aktien von Continental mit einem Plus von ein Prozent auf 90,28 Euro am gefragtesten. Börsianern zufolge spekulierten einige Anleger auf eine verbesserte Marktstellung des Autozulieferers in den USA. Conti könnte Teile des in den USA unter Gläubigerschutz stehenden Konkurrenten Delphi aufkaufen, hieß es.

Die Papiere von DaimlerChrysler stiegen nach der Ankündigung weiterer Maßnahmen zur Sanierung der defizitären Kleinwagensparte Smart zunächst. Am Nachmittag rutschten sie jedoch ins Minus und schlossen 1,3 Prozent tiefer bei 46,24 Euro. "Die Verkäufe kommen von US-Anlegern, die von den neuen Sanierungsplänen für Smart enttäuscht sind", sagte ein Händler. Sie würden einen Verkauf oder eine Schließung der defizitären Kleinwagensparte favorisieren. Nach dem Roadster wird die Produktion des ebenfalls wenig erfolgreichen Modells "forfour" eingestellt. Übrig bleibt damit allein der Stadtflitzer "fortwo".

Das Dax-Schlusslicht bildeten jedoch die Titel von BMW, die um 2,5 Prozent auf 44,85 Euro nachgaben. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die gleiche Begründung lieferten sie für die Kursverluste bei Bayer. Nach einem Plus von mehr als sieben Prozent in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Schering verloren Bayer-Papiere am Montag 1,8 Prozent auf 34,78 Euro.

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