Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt fester

Unterstützt von der Erholung der Aktienkurse in Tokio haben die deutschen Standardwerte am Donnerstag zugelegt. Der Dax stieg um 0,6 Prozent auf 5430,84 Punkte. Der Nebenwerteindex MDax profitierte von einem technisch bedingten Run auf ausgewählte Aktien und zog um 1,7 Prozent auf ein Allzeithoch an.

HB FRANKFURT. Die Erholung in Tokio, wo der Nikkei den größten Teil des Vortagesverlustes wett machte, und der Zwischenbericht des US-Chipherstellers AMD stützten den Dax. Allerdings gab es auch Wermutstropfen, denn die Zwischenberichte von Apple und des Schweizer Pharmakonzerns Novartis überzeugten die Anleger nicht.

Drohungen des Moslem-Extremisten Osama Bin Laden, der sich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 bekannt hatte, vermochten den Dax nicht aus der Bahn zu werfen. „Der Atomstreit mit Iran ist meiner Meinung nach gravierender als diese Drohgebärden“, sagte ein Händler. Bin Laden hatte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira zufolge in einer Tonaufnahme mit neuen Angriffen in den USA gedroht.

Vor allem die größten Verlierer des Vortages zählten am Donnerstag zu den Gewinnern. Die Aktien des Chipherstellers Infineon, der nächste Woche seinen Zwischenbericht veröffentlicht, stiegen um 1,6 Prozent. Allianz machten einen Teil ihrer Verluste gut und stiegen um 1,3 Prozent. Commerzbank legten zwei Prozent zu.

Die deutsche Berichtssaison ließ sich Börsianern zufolge gut an. So kletterten die Aktien der Lufthansa um gut zwei Prozent. Der Konzern hatte trotz stark gestiegener Kerosinkosten 2005 sein operatives Ergebnis um mehr als 40 Prozent gesteigert. „Das sind gute Zahlen“, sagte ein Händler.

Spekulationen auf eine Fusion der Deutschen Börse mit der Vierländerbörse Euronext und positive Analystenkommentare trieben die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers auf ein Rekordhoch.

Die Aktien von Henkel nahmen nach einer Analysten-Empfehlung ihre Aufwärtsbewegung vom Wochenanfang wieder auf und legten drei Prozent zu.

Auf der Verliererseite standen dagegen die Aktien von Schering mit einem Abschlag von gut einem Prozent weit oben. Händler begründeten dies mit dem Zwischenbericht von Novartis, der die zum Teil sehr hohen Erwartungen nicht erfüllt hatte. „Der Fall Novartis zeigt, dass die Anleger vielleicht ihre Erwartungen zu hoch gesteckt haben“, warnte ein Händler. Bayer gaben 0,4 Prozent nach. Die Quartalszahlen des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer stützten die Kurse kaum, obwohl das Unternehmen mit seinem Quartalsbericht die Prognosen übertraf und der Aktienkurs in New York stark anzog.

Im MDax gehörten Deutsche Euroshop, Pfleiderer, IVG und AWD zu den größten Gewinnern. „Da gibt es technische Kaufsignale“, begründete ein Händler die Kursgewinne.

Gewinnmitnahmen drückten die im TecDax gelisteten Solarwerte stark ins Minus. Q-Cells, die seit Jahresanfang 66 Prozent zugelegt haben, fielen bei hohem Umsatz um 16 Prozent, Solarworld um neun Prozent und Conery um 6,5 Prozent.

Auf der Gewinnerseite sorgten Mobilcom und deren Internettochter Freenet für Rätselraten. Bei hohem Umsatz legten Mobilcom 7,6 Prozent zu. Der Mobilfunkdienstleiter rechnet ab März mit einer Gerichtsentscheidung zu Aktionärsklagen gegen die Fusion mit Freenet. „Das kann kaum so einen Run auf die Aktie auslösen. Eigentlich weiß niemand, warum die so stark steigen. Es hat vage Dividendengerüchte gegeben, die aber nicht bestätigt wurden“, sagte ein Händler.

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