Schlussbericht Frankfurt: Dax schließt im Minus

Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt im Minus

Belastet von schwächeren US-Vorgaben und Gewinnmitnahmen haben die deutschen Standardwerte am Donnerstag zumeist deutliche Verluste verzeichnet. Ihren Höhenflug setzten dagegen die Solarwerte fort.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,34 Prozent tiefer bei 5649,6 Punkten. Zuvor war der Leitindex um bis zu 0,6 Prozent auf 5760 Zähler gestiegen, den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren. „Wir sind zuletzt so gut gelaufen, da sind diese Gewinnmitnahmen völlig normal“, sagte ein Händler. Für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgten am späten Nachmittag Kursverluste an den US-Börsen. Im Vorfeld des für Freitag erwarteten US-Arbeitsmarktberichts für Januar kamen Spekulationen über eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) auf.

Keine spürbaren Auswirkungen auf die Kurse hatte die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Leitzins in der Euro-Zone wie erwartet unverändert bei 2,25 Prozent ließ. Einen Rekordgewinn der Deutschen Bank im vergangenen Jahr 2005 nahmen die Anleger zum Anlass, um sich von ihren Anteilen an Deutschlands Branchenprimus zu trennen. Die Papiere der Bank büßten 2,6 Prozent an Wert ein.

Mit Aktienverkäufen reagierten Investoren auch auf die Quartalszahlen von Henkel, obwohl der Konsumgüter-Konzern die Prognosen von Analysten ebenfalls leicht übertroffen hatte. Henkel-Papiere, die seit Anfang November kräftig gestiegen waren, gaben rund vier Prozent nach.

Gefragt waren nach starken Absatzzahlen in den USA dagegen die Aktien von BMW, die sich um ein Prozent verteuerten. Der Münchener Autobauer hatte die Verkäufe seiner Marken BMW und Mini um zwölf Prozent gesteigert.

Im MDax schlossen die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport nach einem positiven Analystenkommentar zehn Prozent höher bei 59,33 Euro. „Morgan Stanley stuft Fraport mit „Overweight' ein und hat ein Kursziel von 66 Euro gesetzt“, sagte ein Händler. „Das beflügelt die Aktie.“ Verkauft wurden hingegen die Anteilsscheine von Heidelberger Druck, die 3,1 Prozent nachgaben. Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller hatte wegen einer höheren Steuerlast deutliche Einbußen beim Quartalsgewinn verbucht.

Der Technologieindex TecDax konnte sich dank der Euphorie bei Solarwerten dem negativen Markttrend entziehen und 1,85 Prozent im Plus bei 703 Punkten schließen. Mit einem Kurssprung von mehr als 17 Prozent ragten die Aktien von Solarworld heraus.

Der Solarzellen-Hersteller will einen Großteil der Solaraktivitäten des Ölkonzerns Shell übernehmen und damit in den USA zum Branchenprimus in der Solarstromtechnologie aufsteigen. Analysten werteten die Übernahme als wegweisend für Solarworld. „Das ist ein Clou, das Timing ist sehr gut“, sagte Theo Kitz von Merck Finck mit Blick auf die jüngsten Pläne der USA, die Solarenergie verstärkt zu fördern.

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