Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt knapp unter 5 400-Punkte-Marke

Hauptthema auf dem Börsenparkett blieb die Zukunft des Bezahlfernsehsenders Premiere, dessen Aktienkurs sich nach dem Absturz vom Mittwoch bei starken Schwankungen nur zögerlich stabilisierte. Händler sprachen von einem sehr ruhigen Handel, der von Zurückhaltung der Investoren geprägt sei.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Donnerstag knapp unter der psychologisch wichtige Marke von 5 400 Punkten geschlossen. "Viele Anleger sind schon im Weihnachtsurlaub. Daher sind viele Kursbewegungen auch wegen der dünnen Nachrichtenlage oft zufallsbedingt", sagte Postbank-Händler Stefan Söllner. Der Dax beendete den Xetra-Handel nahezu unverändert bei 5 398 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 5 403 Zähler gestiegen war. Söllner geht davon aus, dass der Dax in den restlichen Handelstagen des Jahres weiter zulegen wird. Er hält bis zu 5 480 Punkte für möglich.

Das Interesse der Anleger zog erneut der Bezahlfernsehsender Premiere auf sich, der den Bieterwettstreit um die begehrten Bundesliga-Übertragungsrechte verloren hatte. Die Premiere-Titel stabilisierten sich bei 13,50 Euro, nachdem sie am Mittwoch noch zeitweise fast die Hälfte ihres Werts eingebüßt hatten. "Viele wissen nicht, was sie jetzt machen sollen und fragen sich, ob das das Ende von Premiere oder eine gute Kaufgelegenheit ist", sagte ein Händler. Eine Reihe von Analysten senkte Börsianern zufolge ihre Anlage-Empfehlungen für Premiere. Die neuen Kursziele reichten von zehn bis 25 Euro, was auch die unterschiedliche Einschätzung der Investoren widerspiegele. Die Premiere-Aktien waren im März zu 28 Euro an die Börse gekommen.

Auf der Verliererseite weit oben standen mit einem Minus von 0,75 Prozent die Titel des Halbleiterherstellers Infineon. Der US-Speicherchipproduzent Micron Technology hatte mit seinem Zwischenbericht die Anleger nicht überzeugt. Die Analysten von Cazenove senkten Händlern zufolge ihre Empfehlung für Infineon-Aktien.

Gewinnmitnahmen machten Börsianer für den Kursrückgang der Siemens-Aktie um 1,3 Prozent verantwortlich. Die Titel des Münchener Technologiekonzerns haben seit Anfang November mehr als 15 Prozent gewonnen.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien des Mischkonzerns ThyssenKrupp mit einem Plus von 1,9 Prozent an. Branchenkreisen zufolge steht das Bieter-Konsortium aus ThyssenKrupp und EADS unmittelbar vor dem Zuschlag für die Übernahme des Marineelektronik-Ausrüsters Atlas Elektronik. Gefragt waren auch die Anteilsscheine des Nutzfahrzeug- und Maschinenbauers MAN, die um 1,6 Prozent auf 44,48 Euro zulegten. "Die MAN-Aktie hat ihr altes Jahreshoch bei 44,14 Euro übersprungen. Dann haben Anschlusskäufe eingesetzt", sagte ein Händler.

Größter Gewinner bei den Nebenwerten waren mit einem Plus von 4,3 Prozent die Titel von KarstadtQuelle, die damit ihr Niveau vom August vorigen Jahres erreichten. Händler erklärten die Kursgewinne mit dem nach Angaben von KarstadtQuelle großen Interesse an den zum Verkauf stehenden Warenhaus-Immobilien. Im bisherigen Jahresvergleich haben KarstadtQuelle-Aktien mit gut 60 Prozent mehr als der MDax mit gut 35 Prozent gewonnen. 2004 hatten die Aktien des krisengeschüttelten Warenhaus- und Versandhandelskonzerns noch mit einem Abschlag von gut 50 Prozent im MDax die Verliererliste angeführt. "Totgesagte leben halt manchmal länger", sagte ein Händler.

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