Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt knapp unter 6 000 Punkten

Gestützt auf Kursgewinne des Index-Schwergewichts SAP hat der Deutsche Aktienindex am Donnerstag in Reichweite der wichtigen Marke von 6 000 Punkten geschlossen. Für Gesprächsstoff am Markt sorgte die absehbare Neuordnung der europäischen Börsenlandschaft.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Xetra-Handel 1,2 Prozent höher bei 5 986,85 Zählern. Kurz vor Börsenschluss hatte er mit 5 993,45 Stellen den höchsten Stand in fast fünf Jahren markiert. „Derzeit sehen einige Werte charttechnisch gut aus und ziehen den Gesamtmarkt mit“, sagte ein Händler. So habe der Sprung der SAP-Aktie über die Marke von 175 Euro Anschlusskäufe ausgelöst. Ähnliches gelte für die Titel der Allianz, die den Widerstand bei 139 Euro überwanden. „Am Freitag werden wir die 6 000 Punkte im Dax sicher antesten“, fügte der Börsianer hinzu. „Ob wir uns auf Schlusskursbasis darüber halten können, ist aber fraglich.“

SAP-Papiere schlossen 2,8 Prozent höher bei 177,80 Euro, nur knapp unter ihrem Fünf-Jahres-Hoch von 178,60 Euro, das sie am Nachmittag erreicht hatten. Allianz-Aktien verteuerten sich um 1,3 Prozent auf 139,53 Euro. Sie waren kurz vor Börsenende auf 139,99 Euro geklettert, den höchsten Stand seit Mitte 2002.

Wegen Spekulationen auf eine Fusion mit der Mehrländerbörse Euronext legten die Aktien der Deutschen Börse zeitweise um 2,1 Prozent zu. Sie schlossen allerdings 0,1 Prozent tiefer bei 119,75 Euro. Der Aufsichtsratschef der Börse, Kurt Viermetz, hatte sich am Mittwochabend optimistisch über die Aussichten der anstehenden Verhandlungen geäußert. Der Aufsichtsrat hat für Donnerstag ein Kommunique zu diesem Thema angekündigt. „Der Markt würde einen Zusammenschluss gerne sehen“, sagte ein Händler.

Angeheizt wurden die Spekulationen durch die überraschende Rücknahme des Übernahmeangebotes der US-Börse Nasdaq für die britische LSE. „Die Karten werden nun wieder neu gemischt“, sagte ein Börsianer. LSE-Papiere verbilligten sich in London um bis zu elf Prozent auf 1000 Pence.

Im MDax gehörten die Aktien von Premiere zu den Favoriten. Sie stiegen nach von Spekulationen um ein Interesse der Deutschen Telekom an der Übernahme des Bezahlfernseh-Senders um bis zu neun Prozent und gingen 5,8 Prozent höher bei 14,81 Euro aus der Sitzung. Während einige Händler von einer „sinnvollen Verbindung“ oder sogar von einer „Traumhochzeit“ sprachen, blieben andere skeptisch. „Premiere ist ein Übernahmekandidat - aber nicht für die Telekom“, sagte ein Analyst. Premiere habe nichts zu bieten, was einen Kauf für die Telekom zwingend erscheinen ließe. Die Telekom verhandelt eigenen Angaben zufolge mit Premiere und anderen TV-Anbietern über die Ausstrahlung der Fußball-Bundesliga via Internet.

Die Papiere von Salzgitter brachen um bis zu zehn Prozent ein und schlossen sechs Prozent im Minus bei 60,31 Euro, nachdem das Unternehmen auch für 2007 einen weiteren Rückgang des Vorsteuergewinns angekündigt hatte. Händler bezeichneten den Ausblick als Gewinnwarnung. „Man darf das Minus allerdings nicht überbewerten“, betonte ein Händler. „Die Aktie hatte schließlich einen unglaublichen Lauf.“ In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Wert des Papiers vervierfacht.

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