Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt schwächer – Kurssturz bei Stada und Bilfinger

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag mit Verlusten geschlossen. Besonders die Finanzwerte erwiesen sich als Belastung, nachdem Meldungen vom Wochenende die Furcht vor den Folgen der Finanzkrise neu belebten. Im MDax schmolzen die Gewinne nach drastischen Kurseinbrüchen von Stada und Bilfinger Berger dahin.

HB FRANKFURT. Der Dax verlor 1,33 Prozent auf 6351,15 Zähler. Im MDax schloss mit minus 1,76 Prozent auf 8111,48 Punkten. Der TecDax verlor 1,27 Prozent auf 715,95 Zähler.

"Die Anleger halten sich zurück, da sie nicht wissen, in welche Richtung die Stimmung sich entwickeln wird", sagte ein Aktienhändler. Insgesamt sei das Volumen sehr gering, dies erkläre die teils starken Kursausschläge. Am Nachmittag rückten die M-Dax-Werte gleich mit zwei Paukenschlägen in den Vordergrund:

Stada hatte die Investoren mit einem zurückhaltenden Ausblick schockiert, und Bilfinger Berger warnte vor einem Verlust in einem Geschäftsfeld. Die beiden Aktien stürzten zeitweise um über zwanzig Prozent ab.

Die Nachrichten seien an sich eigentlich nicht so schlimm gewesen, sagten Händler - doch zeige die Kursreaktion, wie nervös die Marktteilnehmer momentan seien. Aktien bekämen momentan jeden noch so kleinen Makel zu spüren. Letztlich gingen Stada mit einem Abschlag von 27,1 Prozent aus dem Handel, Bilfinger verbuchten ein Minus von 15 Prozent.

Zudem dämpften zwei neue Bankenpleiten in den USA, ein Gewinneinbruch bei Ryanair und wenig überzeugende Vorgaben aus USA und Japan dämpfen die Stimmung. Da der Terminkalender zugleich für den Rest der Woche prall gefüllt sei, hielten sich viele Anleger zurück, die Umsätze waren dementsprechend niedrig, sagte ein Händler.

Erneut mussten die Investoren die schlechten Nachrichten im Zuge der Finanzkrise zu verarbeiten: Am Wochenende waren mit der First National Bank of Nevada und der First Heritage Bank NA of California zwei weitere Banken geschlossen worden. Damit sind in diesem Jahr im Zuge der Krise bereits sieben US-Banken pleite gegangen. Zudem belastete eine Sektorstudie der Citigroup, die den europäischen Bankensektor auf "Untergewichten" zurückstufte, und auch die Gewinnwarnung der Münchener Rück drückte weiter auf die Stimmung.

Münchener Rück, die schon am Freitag über sieben Prozent verloren hatten, gaben 2,4 Prozent nach; Allianz verloren zwei Prozent, und in Zürich fiel Swiss Re um vier Prozent. Auch die Titel der Postbank zählten zu den größten Verlierern im Dax, sie gaben um 4,7 Prozent auf 44,58 Euro nach. Das Magazin "Focus" hatte berichtet, die Deutsche Bank erwäge, kein Gebot für die Postbank abzugeben. Deutsche Bank notierten zwei Prozent niedriger.

Im Minus lag auch die Lufthansa-Aktie, die drei Prozent niedriger schloss. Händler machten dafür den Streik des Boden- und Kabinenpersonals bei der Lufthansa, vor allem aber einen Gewinneinbruch bei Ryanair verantwortlich. Die Aktie von Ryanair sackte um über 22 Prozent ab und zog auch andere europäische Titel aus der Branche mit sich, so dass der entsprechende Sektorindex die im Branchenvergleich größten Verluste verbuchte.

Dagegen stand die Aktie des Konsumgüterherstellers Henkel lange an der Spitze des Dax, doch bis zum Abend konnte der Titel nur ein leichtes Plus von 0,5 Prozent verteidigen. Konkurrent Reckitt Benckiser, der unter anderem Calgon und Kukident im Sortiment hat, hatte mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten erfüllt und zugleich einen optimistischen Ausblick auf das zweite Halbjahr gegeben. Die Aktie zog in London um 2,7 Prozent an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%