Schlussbericht Frankfurt
Dax schließt unter 7.000 Punkten

Der Höhenflug des Dax ist vorerst beendet. Schwindende Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik sorgten am Donnerstag für ein dickes Minus. Der Leitindex rutschte damit wieder unter die 7.000er-Marke.
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FrankfurtSchwindende Hoffnungen auf eine neuerliche Lockerung der Geldpolitik in den USA haben am Donnerstag für weitere Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach einem freundlichem Start knüpfte der Dax an seine Verluste vom Vortag an und fiel erstmals seit einer Woche wieder unter die Marke von 7.000 Punkten. Am Ende büßte der Leitindex 0,97 Prozent auf 6.949 Punkte ein. Der MDax sank um 0,59 Prozent auf 11.071 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,36 Prozent auf 785 Punkte nach unten.

„Es fehlen weitere positive Impulse“, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade angesichts des hohen Kursniveaus und sprach deshalb von einer notwendigen Konsolidierung. Aussagen des Präsidenten der regionalen Notenbank von St. Louis dämpften am Nachmittag die Stimmung: James Bullard hatte sich in einem Fernsehinterview nicht sicher gezeigt, ob nach den jüngsten Konjunkturdaten tatsächlich ein neues Anleihenkaufprogramm notwendig sei. Zuvor hatte das am Vorabend veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed noch die Hoffnung auf weitere geldpolitische Maßnahmen geschürt.

Der europäische Einkaufsmanager-Index legte indes im August magere 0,1 Punkte auf 46,6 Zähler zu. Damit lag er den siebten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Stellen, ab der Wachstum signalisiert wird. Das entsprechende chinesische Stimmungsbarometer sackte sogar auf 47,8 Punkte von 49,3 Zählern im Vormonat ab. "Das ist kein gutes Omen", sagte ein Börsianer. Die deutsche Wirtschaft wuchs zwar im zweiten Quartal, jedoch weniger stark als zu Jahresbeginn.

Die Konjunktur verliere offenbar deutlich an Schwung, schrieben die Analysten von der ING in einem Kommentar. "Selbst eine weltweite Rezession erscheint möglich. Wir rechnen stark mit eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik (QE3) im Rahmen der Fed-Sitzung im September, während die Spekulationen um erneute Stimuli der chinesischen Notenbank zunehmen. Darüber hinaus erwarten wir eine weitere Zinssenkung der EZB und erneute Anleihe-Käufe der Bank von England."

"QE3 im September scheint in trockenen Tüchern zu sein", sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets. "Die könnte sich als eine der wichtigsten, wenn nicht sogar als die wichtigste Triebfeder des Marktes in den kommenden Monaten erweisen."

Unabhängig davon hielten die Spekulationen an, wie genau die von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Aussicht gestellten Hilfen für kriselnde Euro-Staaten aussehen werden. Im Gespräch sind unterstützende Käufe von Anleihen derjenigen Länder, die unter den EU-Rettungsschirm geschlüpft sind. Eine andere Variante wäre die Festlegung auf bestimmte Zinsschwellen, oberhalb der die EZB eingreift.

Die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich in der vergangenen Woche wieder leicht verschlechtert. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bis zum 18. August um 4.000 auf 372.000, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 365.000 Erstanträge gerechnet. Der Vorwochenwert wurde zudem von 366.000 auf 368.000 leicht nach oben revidiert.

Eine Zahl von etwa 400.000 Erstanträgen gilt als Indikator für einen stagnierenden US-Arbeitsmarkt, bei weniger als 350.000 Erstanträgen zeichnet sich eine deutliche Erholung ab.

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  • Allen Kaffeesatzlesern und Wünschelrutengängern einen angenehmen Abend ;-)

  • Noch haben sie eine Chance, aber ich gehe davon aus, dass wir Trendkanal einmal durchlaufen ohne vorher 7100 zu überschreiten, denn sonst wäre das Jahreshoch das Ziel.

  • Seit heute ist es klar: Heidelberger ist ein Bärchen. Er täuscht die Hörner nur vor und setzt auf "short" um Gewinne zu erzielen.

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