Schlussbericht Frankfurt: Griechische Tragödie lässt Dax erstarren

Schlussbericht Frankfurt
Griechische Tragödie lässt Dax erstarren

Die ganze Woche schloss der Dax mit Gewinnen. Heute konnte sich der Leitindex nicht in die Gewinnzone kämpfen. Zu hoch war die Angst vor Überraschungen aus Griechenland – nur nicht bei den Commerzbank Anlegern.
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DüsseldorfVier Tage hintereinander schloss der Dax mit Gewinnen. Am fünften Tag kam der Leitindex jedoch nicht aus dem roten Vorzeichen heraus. Auf Wochensicht hat der Dax allerdings gut 300 Punkte zugelegt - ein Plus von etwa vier Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von acht Prozent zu Buche. Den Freitagshandel beendete er kaum verändert mit einem Minus von 0,18 Prozent bei 6.404 Punkten.

Der Handel stand heute ganz im Zeichen der Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen privaten Gläubigern um einen Schuldenschnitt. Zwar gebe es durchaus Hoffnung, dass eine Einigung erzielt und dadurch eine Pleite des Mittelmeerstaates verhindert werde, sagten Händler. Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Monate hielten Anleger ihr Geld aber lieber zusammen und warteten ab.

„Es sind ja durchaus schon Vorschusslorbeeren verteilt worden“, sagte ein Börsianer mit Blick auf die Verhandlungen in Athen. „Aber man muss auch fragen: Selbst wenn sie eine Einigung hinbekommen - wie werden dann die Iren und die Portugiesen reagieren? Im Gegensatz zu Griechenland haben sie ihre Hausaufgaben gemacht. Dann könnten sie ja sagen, „Wir wollen auch einen Schuldenschnitt'. Und was passiert dann?“

Zuletzt war in die Verhandlungen nach Angaben der Gläubiger Bewegung gekommen. Die Diskussionen seien produktiv verlaufen, teilte der Bankenverband IIF am Donnerstagabend mit.

Entscheidung im Zinspoker rückt näher

Die Verhandlungen wurden heute weitergeführt – Ergebnisse lagen bei Börsenschluss noch nicht vor. Nach Angaben informierter Kreise schlägt der Bankenverband IIF jetzt einen variablen Zinssatz vor, der sich, je nach Laufzeit der Anleihen, zwischen drei und 4,5 Prozent bewegen soll. Der IIF soll auch vorgeschlagen haben, den Kupon in Relation zum Wirtschaftswachstum Griechenlands zu variieren. Aus Bankenkreisen verlautete, der Netto-Verlust für die privaten Investoren könnte 65 bis 70 Prozent betragen.

Kreditausfallversicherungen für Italien, Spanien, Frankreich und Österreich waren heute billiger zu haben. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf italienische Staatsanleihen verbilligten sich um elf auf 469 Basispunkte, wie der Datenanbieter Markit mitteilte. Dies deute auf eine Entspannung bei den Anlegern hin.

ThyssenKrupp-Aktionäre trafen sich heute zur Hauptversammlung. ThyssenKrupp hat zurzeit über 250.000 Aktionäre. Im Mittelpunkt stand das schwächelnde Amerika-Geschäft und das deutlich teurer gewordene Werk in Brasilien. Heinrich Hiesinger bemerkte auf der Hauptversammlung, dass das neue Stahlwerk in Brasilien erst in den Folgejahren mit optimaler Kostenstruktur laufen werde. Außerdem wollte der Konzernchef keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgeben. Vor diesem Hintergrund brach die Aktie tagsüber ein, schloss schließlich jedoch ein Prozent höher. Gestern konnte die Aktie gut sieben Prozent zulegen.

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  • Kein Kommentar aber eine Frage:
    Hatte damals Griechenland, auf Anweisung Deutschlands, bei der absurden Abwrackprämie womöglich mitgemacht?
    Vielleicht aus Solidarität zur deutschen Autoindustrie, ich kenne sonst keine griechische Automarke!

  • Gedacht wie
    KeepCool, Braucht man für diese Forum zusätzlich einen "Waffenschein"?
    Die Stimmungsindikatoren kann jeder mit zwei Klicks abfragen und alles andere ist vermutlich seitwärts.
    .
    Was sagen eigentlich unsere "Freunde" in Berlin wenn die Banken die 70%- 100% abwälz; oder glaubt Jemand diese würden das bezahlen.

  • Vorläufige Einigung IIF/GRE für den späten Abend angekündigt. Kommt nichts derartiges, geht´s runter.

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