Schlussbericht Frankfurt
Luftfahrtaktien im Sinkflug

Die Anleger haben am Mittwoch bereits wieder die Lust an Aktien verloren und den Markt bei geringen Umsätzen ins Minus geschickt. Verkauft wurden insbesondere Finanztitel. Auch Luftfahrtaktien waren im Sinkflug.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel ein Prozent tiefer bei 6728 Zählern und schnitt damit noch besser als die meisten großen europäischen Indizes ab. Der MDax mittelgroßer Werte rutschte um 2,50 Prozent auf 9510,46 Punkte ab und für den TecDax ging es um 1,98 Prozent auf 825,27 Zähler nach unten.

Auf der Stimmung lastete zudem eine Studie der Royal Bank of Scotland, die mit stärkeren Kursrückgängen an den Aktienmärkten rechnet. "Der Markt ist weiter angeschlagen, vor allem aus technischer Sicht. Zudem bleiben die Anleger bis zum großen Verfall am Terminmarkt weiter angespannt", sagte Marktexperte Christian Schmidt von der Helaba. In der Regel kommt es vor Verfallsterminen zu starken Kursschwankungen, weil Anleger die Kurse der Aktien, auf die sie Derivate halten, in die gewünschte Richtung bewegen wollen.

Skeptisch reagierten die Anleger auf die Quartalszahlen von Morgan Stanley. Nur mit dem Verkauf von Vermögenswerten - unter anderem in Spanien - verhinderte die zweitgrößte US-Investmentbank einen Verlust im zweiten Quartal. "Es ist nicht gut, wenn man bis nach Spanien gehen muss, um Geld zu machen", bemerkte US-Analyst Matt McCormick vom Bahl&Gaynor Investment Council. Die Aktien rutschten 4,5 Prozent ab. Zudem lastete auf den europäischen Bankenwerten eine düstere Prognose von Goldman Sachs für den US-Finanzsektor. Die Verluste und Wertberichtigungen dürften erst im kommenden Jahr ihren Gipfel erreichen, hieß es. Der europäische Branchenindex DJ Banks notierte 2,6 Prozent tiefer.

Deutsche-Bank-Titel gaben zwei Prozent ab, die Anteilsscheine der Schweizer UBS verloren vier Prozent und in Paris fielen Societe-Generale 3,3 Prozent. Schwache Zahlen des Konkurrenten FedEx drückten Händlern zufolge die Aktien der Deutschen Post drei Prozent ins Minus. Das US-Unternehmen hatte die Märkte mit einem schwachen Ausblick geschockt, seine Aktien verloren 2,5 Prozent.

Versorger im Plus

Gestützt wurde der Dax von Kursgewinnen bei den Versorgern. Die Aktien von Eon und RWE legten 1,2 beziehungsweise 0,8 Prozent zu, nachdem Lehman Brothers Händlern zufolge die Kursziele für beide Werte angehoben hatte. "Das ist die einzige Branche derzeit, wo die Gewinnschätzungen nach oben statt nach unten angepasst werden müssen", betonte ein Händler.

Für Gesprächsstoff sorgte die Mitteilung des Sportwagenherstellers Porsche über den Kauf eines milliardenschweren VW-Aktienpakets. Volkswagen-Titel schlossen mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent, Porsche stiegen um 0,8 Prozent.

Die Analysten von Morgan Stanley haben den Daumen zu Aktienanlagen im europäischen Luftfahrtsektor gesenkt und damit für Kursverluste gesorgt. "Wir glauben, dass die Branche stärker gefährdet ist, als in den derzeitigen Bewertungen zum Tragen kommt", schrieben die Experten in einer Studie. In den Kursen sei ein Ölpreis von 136 Dollar je Fass noch nicht dauerhaft eingepreist. "Deshalb sehen wir derzeit keine wertbringenden Kaufgelegenheiten", hieß es. Die Aktien der Lufthansa fielen um knapp zwei Prozent. Air-Berlin-Aktien verloren sogar 8,46 Prozent auf 4,98 Euro.

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