Schlussbericht Frankfurt
Öl, Euro und US-Daten verderben Anlegern die Laune

Ein kräftig anziehender Ölpreis, der über 1,3250 Dollar teure Euro und schwache Konjunkturdaten aus den USA haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag die Stimmung vermiest. Der Dax fiel um 0,86 Prozent auf 6 309,19 Punkte.

HB FRANKFURT. „Es gibt momentan einfach zu viele Belastungsfaktoren für den Markt. Bei dieser Gemengelage kann es einfach nur abwärts gehen“, sagte ein Händler einer Großbank. Ein anderer Börsianer verwies auf fallende Kurse an der Wall Street. In den USA hatte am Nachmittag ein überraschender Rückgang des viel beachteten Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago neue Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung geschürt und die Anleger verstimmt. Öl verteuerte sich auf bis zu 64 Dollar, der Euro kostete zwischenzeitlich 1,3263 - so viel wie seit 20 Monaten nicht mehr.

Die Aussicht auf ein gutes Weihnachtsgeschäft ließ die Aktien des Handelsriesen Metro dennoch um bis zu drei Prozent auf 48 Euro steigen. „Die Anleger setzen darauf, dass das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr wegen der Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 besonders gut ausfallen wird“, sagte ein Händler. Der Branchenverband HDE rechnet für das Weihnachtsgeschäft - also die Monate November und Dezember - mit einem Umsatzplus von rund zwei Prozent auf 75,7 Mrd. Euro.

Erneut aufkommende Spekulationen auf eine bevorstehende Gegenofferte des schwedischen LKW-Herstellers Scania für seinen deutschen Konkurrenten MAN beflügelten die Aktien des Münchener Unternehmens. Die MAN-Aktie kletterte um über vier Prozent auf 74 Euro, fiel allerdings etwas zurück, nachdem Scania die seit Tagen kursierenden Gerüchte entkräftet hatte.

Wegen einer Aktienplatzierung zählten Henkel fast den ganzen Tag über zu den größten Verlierern im Dax. Im Rahmen einer gegenseitigen Entflechtung von Beteiligungen verkaufte der japanische Konsumgüterhersteller Lion Corp seinen Anteil von 1,17 Prozent an Henkel am Markt. Nach Aussage von Händlern platzierte die Deutsche Bank eine Million Stammaktien des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers zu je 93 Euro. Henkel gaben knapp ein Prozent auf 108,02 Euro nach.

Der weitere Anstieg des Euro belastete die Automobilaktien. Volkswagen gaben 3,8 Prozent auf 82,25 Euro ab, auch die Papiere von BMW, DaimlerChrysler und der Continental AG büßten zwischen einem und 1,6 Prozent an Wert ein.

Anteilsscheine der Deutschen Börse verbilligten sich um knapp drei Prozent auf 126,40 Euro. „Aus dem Papier wird der Aufschlag raus genommen, der wegen der Fusionsspekulationen rund um die Euronext gezahlt werden musste. Überhaupt sind Börsen-Aktien weltweit ziemlich überbewertet“, begründete ein Händler das Minus.

Im MDax lagen die Titel von Salzgitter 2,86 Prozent im Plus bei 90,76 Euro. Der Stahlhersteller erwägt in den kommenden Monaten einen Zukauf. Nach Aussage eines Konzernsprechers handelt es sich dabei um ein Unternehmen in Westeuropa. Bei den Kleinwerten im SDax kletterten die Papiere von Vivacon um 4,2 Prozent auf 21,63 Euro nach oben. Die Immobiliengesellschaft wird ihr Gewinnziel 2006 wohl übertreffen. Papiere des Zementkonzerns Dyckerhoff verteuerten sich in der Spitze um 6,9 Prozent auf 42,85 Euro. Buzzi Unicem erhöhte das Übernahmeangebot für die Deutschen auf 42 Euro je Stammaktie und auf 40 Euro je Vorzugsaktie. Bislang hatte Unicem 40 beziehungsweise 37,50 Euro geboten.

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