Schlussbericht Frankfurt: Phänomenaler Jahresstart für den Dax

Schlussbericht Frankfurt
Phänomenaler Jahresstart für den Dax

Statt einer Jahresendrally gab es beim Dax eine Jahresanfangsrally. Die Anleger feierten den Jahresanfang und kauften ungeachtet von bestehenden Problemen rund um die Weltkonjunktur und der Euro-Krise munter Aktien ein.
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DüsseldorfDas Jahr hätte nicht besser beginnen können. Mit einem dicken Plus von drei Prozent auf 6.076 Punkte feiern die Anleger den Auftakt des neuen Jahres. Auch die zweite Reihe der Indizes ließ die Korken knallen. Der MDax beendete den ersten Handelstag im Jahr 2012 mit 2,4 Prozent im Plus auf 9.109 Punkte und der TecDax stieg um 2,2 Prozent auf 700 Zähler.

„Einige Neuengagements zu Jahresbeginn treffen auf leere Orderbücher“, kommentierte ein Börsianer. Trotzdem dürfte der glänzende Jahresauftakt kaum Aussagekraft besitzen, da an den großen Weltbörsen heute feiertagsbedingt nicht gehandelt wird.

"Da so viele Märkte geschlossen sind, sind einseitige Wetten schwierig. Es mangelt einfach an starken Impulsen", sagte Lim Chang Gue, Fondsmanager bei der Samsung Asset Management Co in Seoul. "Es gibt die fortgesetzte Krise in Europa und die globale Nachfrage dürfte in diesem Jahr allgemein schwach bleiben. Die Frage ist, einen wie starken Puffer China darstellt. Das ist noch immer unklar."

Zu den geschlossenen Börsen gehörten neben New York und London auch die asiatischen Handelsparkette Hongkong und Shanghai, sowie die australische Wertpapierbörse in Sydney.

Unterm Strich war das Jahr 2011 kein erfreuliches. Viele Analysten ließen sich vor 2011 zu übertrieben positiven Prognosen verleiten. Der Start des Leitindex im letzten Jahr bekräftige zwar ihre Zahlen - in den ersten Handelstagen stieg der Dax über drei Prozent auf knapp 7.100 Punkte - doch auf Jahressicht musste er ein Minus von 15 Prozent hinnehmen. Der EuroStoxx 50 und der japanische Nikkei verloren sogar noch mehr. Lediglich der Dow Jones zeigte sich nach einem Jahr gestärkt. Im Vergleich zum Jahresanfang lag er sechs Prozent höher.

Die Fehleinschätzungen der Experten für das letzte Jahr führte zu verhaltenen Prognosen für das neue Jahr. Im Schnitt sehen sie eine steigende Tendenz beim Dax und berechneten ein durchschnittlichen Anstieg auf 6.680 Punkte. Als Kurstreiber gelten neben der robusten deutschen Wirtschaft insbesondere fehlende Anlagealternativen.

Skepsis macht sich unter den Analysten jedoch im Hinblick auf die Euro-Krise breit. „Vor uns liegt ein ziemlich schwieriges Jahr“, sagte Mark Pries, Aktienhändler bei ETX Capital. Italien müsse schließlich mehrere Hundert Milliarden Euro an auslaufenden Staatsanleihen refinanzieren. Sollten Emissionen neuer Papiere schlecht laufen, könnte dies negative Reaktionen an den europäischen Finanzmärkten auslösen. Auch Analyst Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler betonte, dass die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise und einem Konjunkturabschwung auf der Stimmung laste. „Anleger sollten im Hinterkopf behalten, dass eine zurückhaltende Stimmung eine bessere Basis für steigende Aktienkurse ist als Euphorie.“

Die Nachrichtenlage für den heutigen Tag war wie die Umsätze dünn. Konjunkturseitig geriet heute der Markit-Einkaufsmanagerindex kurz in den Fokus. Die 3000 Firmen umfassende Umfrage ergab zwar einen Anstieg des Indexes um 0,5 Prozent, jedoch lag die Zahl mit 46,9 Punkten immer noch unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. "Trotz der leicht abgeschwächten Talfahrt steckt der Industriesektor weiter in der Rezession", sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. Die ernüchternden Zahlen hatten jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Dax.

Weitere Konjunkturdaten stehen morgen mit den neuen deutschen Arbeitslosenzahlen an. Am Mittwoch wird der Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor veröffentlicht und am Freitag stehen die Auftragseingänge der deutschen Industrie auf dem Programm.

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Ist Deutschland für die Krise gewappnet?

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  • antwort .. keepcool
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