Schlussbericht Frankfurt
Reinigendes Gewitter hat dem Dax gut getan

Nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder Mut gefasst und sich mit Dividendenpapieren eingedeckt. Im Fokus des Interesses stand der anhaltende Fusionspoker um die Börsenbetreiber.

HB FRANKFURT. Der Dax konnte die Vortagesverluste von etwas mehr als zwei Prozent wett machen und schloss 2,4 Prozent im Plus bei 5678 Punkten. „Die Verluste der vergangenen Tage waren das Gewitter, das alle haben wollten“, sagte ein Händler. „Jetzt steigen alle wieder in den Handel ein.“ Die Verlierer-Aktien vom Montag machten wieder Boden gut. Manche Börsianer bleiben aber skeptisch und warnen, dass weitere Kursrückgänge durchaus möglich seien. Der Dax hat seit seinem Jahreshoch am 11. Mai von 6162 Punkten in mehreren Schritten knapp elf Prozent eingebüßt.

Auch der MDax erholte sich merklich und gewann 3,3 Prozent auf 7976 Punkte. Am Montag hatten die Anleger vor allem bei den Nebenwerten Kasse gemacht. Der MDax hatte 5,6 Prozent verloren. Gefragt waren auch wieder Technologiewerte: Der TecDax kletterte um 3,4 Prozent auf 650 Punkte. Am Vortag hatte der Index 4,4 Prozent im Minus geschlossen.

Gesprächsthema auf dem Börsenparkett war weiter der Fusionspoker zwischen der Deutschen Börse und der New Yorker Börse (Nyse) um die Euronext. Die Aktien der Frankfurter legten um mehr als 1,4 Prozent auf 102,76 Euro zu, Euronext-Titel kletterten um 3,6 Prozent auf 70 Euro. Auf der Hauptversammlung der Euronext votierte die Mehrheit der Aktionäre gegen eine Abstimmung über eine Fusion mit der Deutschen Börse. Deutsche-Börse-Aktionär Union Investment, die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, gab daraufhin bekannt, mit einer Erhöhung des deutschen Angebotes für die Mehrländer-Börse zu rechnen. Zuvor hatte die Euronext-Führung durchblicken lassen, das Angebot aus New York zu bevorzugen. Die Deutsche Börse bietet den Euronext-Aktionären Basis der Schlusskurse vom Montag 8,6 Milliarden Euro.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten mit einem Plus von jeweils mehr als sechs Prozent die Papiere des Mischkonzerns ThyssenKrupp und des Nutzfahrzeug- und Maschinenbauers MAN. Beide Titel hatten am Vortag über sieben Prozent eingebüßt.

Im MDax zogen vor allem die Titel von Salzgitter und K+S mit einem Plus von 16 und sieben Prozent an. Damit machten die beiden Unternehmen ihre Vortagesverluste wett. Die Anteilsscheine von HeidelbergCement legten um mehr als fünf Prozent zu. Der Zementhersteller gab den Einstieg bei der georgischen Firma Kartuli Tsementi bekannt. Gefragt waren auch Aktien aus dem Solarsektor, die am Vortag noch kräftig unter Druck gestanden hatten.

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