Schlussbericht Frankfurt
Stahlfusion bringt Dax in Schwung

Angetrieben von Spekulationen um die Entwicklung in der Stahlbranche haben die deutschen Standardwerte am Freitag ihre Erholung fortgesetzt und fester geschlossen. Außerdem hellten die jüngsten US-Inflationsdaten die Stimmung der Anleger auf.

HB FRANKFURT. Der Dax legte 1,44 Prozent auf 5788,36 Punkte zu - im Wochenvergleich gewann er damit rund 115 Punkte. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es kräftig aufwärts; er stieg um 3,42 Prozent auf 8276,06 Zähler. Der TecDax ging mit plus 1,99 Prozent auf 661,54 Punkte aus dem Handel.

„Das Thema US-Zinserhöhungen ist nach den heutigen Zahlen zwar noch nicht aus der Welt, aber wenigstens gab es kein eindeutiges Signal für eine Anhebung“, sagte ein Händler. Die Kernrate des Preisindex für die US-Konsumausgaben stieg im April wie von Analysten vorhergesagt im Monatsvergleich um 0,2 Prozent. An den Finanzmärkten wird seit Monaten darüber spekuliert, ob und wann der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank endet.

Die sich abzeichnende Wende im monatelangen Übernahmekampf um Arcelor sorgte bei den Stahlwerten für ein Kursfeuerwerk. Die Aktien von Thyssen-Krupp verteuerten sich zeitweise um gut fünf Prozent. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel von Salzgitter legten zeitweise sogar um neun Prozent zu. Ein Händler betonte: „Die Fusion von Arcelor und Severstal zeigt uns, dass die Bewertungen höher sein müssten als sie es derzeit sind.“ Thyssen-Papiere schlossen 4,8 Prozent im Plus bei 27,54 Euro, Salzgitter-Aktien notierten 6,7 Prozent höher bei 64,53 Euro.

Der vom weltgrößten Stahlkocher Mittal heftig umworbene Luxemburger Arcelor-Konzern hatte am Morgen Severstal als so genannten Weißen Ritter präsentiert. Im Börsenjargon heißen diejenigen Unternehmen Weiße Ritter, die durch einen Einstieg oder eine Fusion ein anderes Unternehmen vor einer feindlichen Übernahme bewahren. Arcelor will durch den Zusammenschluss mit seinem russischen Konkurrenten verhindern, von Mittal geschluckt zu werden. Mittal will seine Offerte nicht nachbessern.

Noch stärker gefragt waren die Anteilsscheine der Deutschen Börse, die sich um 6,2 Prozent auf 103,80 Euro verteuerten. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Credit Suisse. Der Frankfurter Börsenbetreiber liefert sich derzeit mit der New York Stock Exchange (Nyse) einen Übernahmekampf um die Vierländerbörse Euronext.

Das Schlusslicht bildete dagegen die Lufthansa, deren Aktien verloren 0,9 Prozent auf 13,61 Euro. Börsianer verwiesen auf das knapp fünfprozentige Kursplus vom Vortag und sprachen von Gewinnmitnahmen.

Bei den Nebenwerten gehörten die Immobilienwerte zu den Favoriten. Händler zufolge waren die Kursgewinne eine Reaktion auf die Talfahrt dieser Werte in den vergangenen Wochen. Anleger hatten im Zuge der jüngsten Aktienmarkt-Schwäche vor allem bei Immobilien-Titeln Kasse gemacht. Die Papiere Vivacon gewannen 6,5 Prozent auf 30,96 Euro. Seit Anfang Mai haben die Titel allerdings fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

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