Schlussbericht Frankfurt
Starke Wall Street treibt Dax zu Schlussspurt

Gestützt auf neue Fünf-Jahres-Hochs der wichtigsten US-Indizes ist der Deutsche Aktienindex am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Juli 2001 geklettert. Er stieg in der Spitze auf 6 089 Punkte und beendete den Xetra-Handel 1,2 Prozent höher bei 6 063 Zählern.

HB FRANKFURT. Die Aktien von SAP rutschten dagegen um bis zu 2,8 Prozent ab, da die Gewinnmargen des Software-Herstellers hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. "Die starke Kursentwicklung an der Wall Street gibt dem Dax weiteren Schub", sagte ein Händler. "Der Hauptgrund für den heutigen Anstieg ist aber der rasche und nachhaltige Sprung über die Marke von 6 000 Punkten." NordLB-Händler Heinz-Bernd Schmitz wies auf weitere Aspekte hin: "Zusätzlichen Auftrieb erhält der Markt von den guten Nokia-Zahlen und dem "kleinen Verfall' morgen." Darum spielten ansonsten eher negative Rahmenbedingungen wie der hohe Ölpreis eine untergeordnete Rolle.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones, der technologielastige Nasdaq und der breiter gefasste S&P 500 stiegen angesichts positiver Zwischenbilanzen mehrerer Konzerne. Sie konnten ihre anfänglichen Hochs jedoch nicht halten. Der Nasdaq rutschte sogar ins Minus.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia verbuchte im ersten Quartal dank starker Nachfrage in China einen Umsatz- und Gewinnanstieg über Markterwartungen. Der Terminkontrakt auf die führende Nordsee-Ölsorte Brent verteuerte sich angesichts anhaltender Furcht vor Lieferengpässen zeitweise auf ein Rekordhoch von 74,22 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag verfallen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien.

"SAP hat mit der Margenentwicklung etwas enttäuscht", begründete ein Börsianer das Kursminus des Dax-Schwergewichts. "Dieser Schönheitsfehler sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass SAP dennoch ein kräftiges Ergebniswachstum gelungen ist", betonte Analyst Thomas Hofmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Europas größter Software-Hersteller war mit einem Anstieg des operativen Gewinns um 20 Prozent auf 457 Millionen Euro hinter den Schätzungen der Analysten zurückgeblieben. SAP-Titel schlossen 0,9 Prozent im Minus bei 181,50 Euro.

Zu den größten Verlierern zählten auch die Aktien der Münchener Rück und von Schering. Sie fielen um 1,2 Prozent auf 114,30 Euro und um 1,4 Prozent auf 85,05 Euro. Beide Titel wurden allerdings mit einem Dividendenabschlag gehandelt.

An die Spitze der Dax-Gewinner setzten sich die Papiere von BASF, die sich um 3,3 Prozent auf 67,55 Euro verteuerten. "Fundamental gibt es nichts Neues, das ist charttechnisch", sagte ein Händler. "Die Aktien sind bei etwas über 66 Euro ausgebrochen." HVB-Analyst Andreas Heine wies noch auf die positiven Quartalsergebnisse des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel hin. "Dies zeigt, dass das Umfeld weiterhin ziemlich gut ist trotz des stetig steigenden Ölpreises."

Vor diesem Hintergrund legten die Aktien von Bayer um 1,9 Prozent auf 34,32 Euro zu. Sie profitierten außerdem von einer Kaufempfehlung der Citigroup.

Bei den Nebenwerten richteten sich die Blicke der Anleger vor allem auf Q-Cells, deren Titel um 8,3 Prozent auf 77,30 Euro einbrachen. Der Großaktionär Ströher Finanzholding hatte seinen 20,5-prozentigen Anteil an dem Solarzellenhersteller zum Verkauf angeboten. Der mit der Transaktion betrauten Bank Credit Suisse zufolge wurden die Papiere zu einem Preis von je 77 Euro platziert. Im Sog von Q-Cells verloren die Titel von ErSol 3,2 Prozent auf 64,85 Euro.

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