Schlussbericht Frankfurt
Telekom-Aktien schieben Dax weiter an

Neues Interesse an den Aktien der Deutschen Telekom hat den Dax am Donnerstag zeitweise über 6 300 Punkte steigen lassen.

HB FRANKFURT. Bis zum Handelsschluss schmolz der Tagesgewinn im Leitindex zwar auf 0,3 Prozent zusammen, doch schloss der Dax mit 6 284 Punkten immer noch so hoch wie seit Frühjahr 2001 nicht mehr. Ein überraschend großer Gewinnanstieg beim französischen Konkurrenten France Telecom hatte die T-Aktien erstmals seit Sommer dieses Jahres wieder über 13 Euro steigen lassen. Analystenkommentar drückten dagegen die Aktien des Autozulieferers Continental um fast vier Prozent.

„Mit großer Vorsicht geht es Stück für Stück weiter nach oben“, sagte ein Händler. „Aber viele warten auf eine Korrektur, nachdem wir seit Monatsbeginn im Dax fast nur eine Richtung kennen.“ Die Entscheidung der US-Notenbank (Fed), den Leitzins für die weltgrößte Volkswirtschaft unverändert bei 5,25 Prozent zu lassen, habe zu der guten Stimmung am Markt beigetragen. Mit einem Plus von rund zwei Prozent auf 13,20 Euro waren die schwer gewichteten T-Aktien im Dax für rund sieben der 19 Plus-Punkte verantwortlich. Darüber hinaus ging weit mehr als Drittel des Umsatzes im Dax auf das Konto der Telekom. „Die guten Zahlen der France Telekom sind der Auslöser für das Kursplus“, sagte ein Händler. „Dass sie zudem die 13-Euro-Marke geknackt haben, hat zusätzlich geholfen.“

Die T-Aktien sind im Dax seit Jahresbeginn Schlusslicht: Während der Dax rund 15 Prozent hinzu gewonnen hat, sind Telekom um acht Prozent gefallen. „Insgesamt hat die ganze Branche Nachholbedarf“, sagte ein Händler. In Paris zogen France Telecom um 3,6 Prozent an, nachdem der Konzern einen überraschend starken Gewinnanstieg im Quartal gemeldet hatte.

Übernahmespekulationen trieben die Aktien von Thyssen-Krupp um 2,7 Prozent in die Höhe. Zeitweise waren die Aktien sogar um 6,5 Prozent gestiegen.

Schlusslicht im Dax bildeten die Aktien von Continental mit einem Abschlag von fast vier Prozent auf 88,50 Euro. Später dementierte Gerüchte über eine angebliche Prognosesenkung sowie Analystenkommentare lösten die Verkäufe Händlern zufolge aus. Die Analysten von Morgan Stanley hatten ihre Gewinnschätzungen je Aktie zurückgenommen. Am Vortag hatte Goldman Sachs seine Empfehlung gesenkt. „Die Kursreaktion ist zwar übertrieben, aber Goldman und Morgan Stanley haben schon eine ziemliche Marktmacht“, sagte ein Händler.

Die Aktien der Deutschen Bank schlossen mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 98,50 Euro. Die Neuauflage des Verfahrens um die Millionen-Prämien bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone spielte am Markt Händlern zufolge kaum eine Rolle. Vor dem Landgericht Düsseldorf muss sich unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verantworten.

Im Nebenwerte-Index MDax profitierten die Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS von einem Großauftrag aus China für die angeschlagene Tochter Airbus. Die Aktien verteuerten sich um 4,8 Prozent. Größter MDax-Verlierer waren die Aktien von Wincor Nixdorfmit einem Abschlag von 2,7 Prozent. Der Geldautomatenhersteller bleibt trotz deutlicher Gewinn- und Umsatzsteigerungen im abgelaufenen Geschäftsjahr für das nächste Jahr vorsichtig. „Gut, aber nicht gut genug“, kommentierte UBS-Analyst Sven Weier.

Im TecDax waren die Aktien von Tele Atlas mit einem Plus von 5,6 Prozent der größte Gewinner. Die Titel des Anbieters digitaler Landkarten profitierten vom Gewinnsprung beim niederländischen Navigationssystem-Hersteller TomTom. Die Aktien von Kontron legten drei Prozent zu, nachdem der Kleincomputer-Hersteller für 2006 eine höhere Dividende in Aussicht gestellt hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%