Schlussbericht Frankfurt
Unsicherheit vor US-Zinsentscheidung belastet Dax

Der Aktienmarkt in Deutschland hat sich am Mittwoch angesichts der US-Leitzinsentscheidung in verhaltener Stimmung präsentiert. Die Unsicherheit dämpfte die Kauflust der Anleger deutlich. Die größten Kursgewinne verzeichnete die Aktie der Deutschen Post. Die Verliererseite führte der Chiphersteller Infineon an.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel 0,36 Prozent tiefer bei 6118 Punkten und stoppte damit seine Aufwärtsbewegung. Zwischenzeitlich war der Leitindex mit 6157 Zählern auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren gestiegen. „Wenn die Fed in ihrem Zinserhöhungszyklus eine Pause andeutet, könnte der Dax schnell auf 6200 Punkte gehen“, sagte ein Händler voraus. Sollte die US-Notenbank (Fed) diese Spekulationen enttäuschen, sei aber auch ein Rückschlag bis auf 6000 Punkte nicht ausgeschlossen.

Die erwartete 16. Zinserhöhung der Fed seit Juni 2004 um 25 Basispunkte auf 5,0 Prozent ist Händlern zufolge schon in den Kursen enthalten. Entscheidend werde freilich die Begründung der Notenbanker sein. Die Märkte erhofften sich Hinweise auf eine möglicherweise anstehende Unterbrechung der Zinserhöhungen. Die Fed wollte ihre Entscheidung am Abend nach Handelsschluss in Europa um 20.15 Uhr (MESZ) bekannt geben.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Post-Aktien mit einem Anstieg von 4,2 Prozent an. Der Bonner Logistikkonzern lockte die Investoren mit der Aussicht auf eine höhere Dividende und einem möglichen Rückkauf eigener Aktien. Mittelfristig solle die Ausschüttung erhöht werden, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel auf der Hauptversammlung. „Das sind lauter positive Nachrichten“, sagte ein Händler. Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank trieb die Aktien von DaimlerChrysler um 1,2 Prozent nach oben.

Verhalten nahmen die Anleger hingegen den Milliardengewinn von Eon im ersten Quartal auf. Die Papiere des Energieriesen schlossen nach einer Berg- und Talfahrt 0,8 Prozent im Minus. Verschnupft reagierten die Anleger auch auf den Geschäftsbericht der Lufthansa. Die Fluggesellschaft weitete den Verlust im operativen Geschäft aus. Die Aktien verloren daraufhin 0,9 Prozent.

Schlusslicht im Dax waren mit einem Abschlag von 3,2 Prozent die Papiere von Infineon, die ihre Verluste vom Vortag ausweiteten. Der Halbleiterkonzern will die Speicherchip-Tochter Qimonda erst im zweiten Halbjahr an die New Yorker Börse bringen. Viele Aktienexperten hatten die Emission noch vor der Sommerpause erwartet. Ob der Schritt im Herbst ein Erfolg werden könne, sei offen.

Nach einem neuerlichen Allzeithoch bei 9161 Punkten rutschte der Nebenwerte-MDax ins Minus und beendete den Handel 0,6 Prozent tiefer bei 9100 Punkten. Größter Verlierer waren die Papiere von MLP mit einem Minus von 5,3 Prozent. Der Versicherungs- und Finanzmakler enttäuschte die Börsianer mit dem Zwischenbericht, da sie dem Konzern im Auftaktquartal ein noch kräftigeres Wachstum zugetraut hatten.

Bei den Technologiewerten im TecDax, der 0,65 Prozent höher schloss, ragten die Aktien des Mobilfunkanbieters Mobilcom und seiner Internet-Tochter Freenet mit einem Kursanstieg von 8,5 und 7,8 Prozent heraus. Die Aktien stoppten ihre Talfahrt. Die gefährdete Verschmelzung von Mutter und Tochter sowie schwache Quartalszahlen hatten die Aktien am Vortag unter Druck gesetzt.

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