Schlussbericht Frankfurt
US-Börsen bremsen Dax aus

Der deutsche Standardwerte-Index hat am Dienstag nach einem ruhigen Geschäft den Handel mit Verlusten beendet. Er gab 1,01 Prozent auf 5 459 Punkte ab.

HB FRANKFURT. Der MDax schloss mit minus 0,88 Prozent bei 7 629 Zählern. Der TecDax fiel um 1,62 Prozent auf 622 Punkte. Händler verwiesen auf den mäßigen Start der US-Börsen. Dazu hielten sich die meisten Anleger vor der am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zurück.

„Die Aussagen von Mitgliedern der EZB deuten auf weitere Zinserhöhungen hin. Und steigende Zinsen hemmen nun einmal das Wachstum der Konjunktur“, sagte ein Händler. Auch die sich überraschend aufhellende Stimmung in der deutschen Wirtschaft fördere die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte. „Der überraschende Ifo-Anstieg hat die Angst vor weiteren Zinserhöhungen geschürt“, sagte ein Börsianer.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index war im Juni auf 106,8 Punkte von 105,7 im Mai gestiegen, während Analysten einen Rückgang auf 105,0 Zähler vorausgesagt hatten. „Ich bin sprachlos, wir hätten keinesfalls mit einem weiteren Anstieg gerechnet“, sagte Analyst Sebastian Wanke von der Dekabank. „Wir glauben, dass der Verlauf der WM einen positiven Einfluss auf die Stimmung der Unternehmen gehabt hat“, ergänzte er.

Das Ifo-Institut sieht angesichts der sich weiter aufhellenden Konjunktur Spielräume für weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Ifo-Experte Klaus Abberger sprach sich aber für Zinserhöhungen in allenfalls kleinen Schritten aus. Unterdessen schloss EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas eine aggressivere Straffung der Zinszügel nicht aus. In den USA haben sich die Investoren bereits auf eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) nach der Sitzung am Donnerstag eingestellt.

Aktien von Tui verloren 3,55 Prozent auf 14,96 Euro. Ein Händler verwies darauf, dass die Containertransportfirma Maersk eine Gewinnwarnung ausgesprochen habe. Der Touristikkonzern hatte im vergangenen Jahr über seine Tochter Hapag Lloyd die kanadische Containerreederei CP Ships gekauft.

Continental-Aktien gaben um 2,86 Prozent auf 77,51 Euro nach. Der Autozulieferer sieht jedoch im Gegensatz zu Wettbewerbern seine Gewinnziele in diesem Jahr nicht durch steigende Rohstoffpreise bedroht. „Wir haben keinerlei Informationen, die uns von unseren Prognosen abweichen lassen“, sagte Konzernchef Manfred Wennemer. Aktien von Volkswagen (VW) fielen um 1,84 Prozent auf 52,24 Euro.

Im MDax setzten sich Titel von Vivacon an die Spitze und legten 5,26 Prozent auf 18,00 Euro zu. STADA-Aktien stiegen um 1,24 Prozent auf 30,23 Euro. EADS-Titel gaben dagegen um 3,08 Prozent auf 22,06 Euro nach.

In den USA verzeichnete der Dow Jones zum Börsenschluss in Deutschland Kursverluste. Gleiches galt für den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50, der mit Verlusten von 0,79 Prozent aus dem Handel ging. Die Börsen in London und Paris schlossen ebenfalls unter Vortagesniveau.

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