Schlussbericht Frankfurt
US-Immobilienkrise lastet auf Dax

Die zunehmende Angst vor einer jahrelangen Krise auf dem US-Immobilienmarkt hat am Dienstag auch am deutschen Aktienmarkt für Verluste gesorgt. Der Dax fiel parallel zu den US-Börsen, die auch von schwachen Quartalsergebnissen einiger Branchengrößen gedrückt wurden. Einziger Gewinner waren die Titel von MAN.

HB FRANKFURT. Zum Ende des elektronischen Handels stand für den deutschen Leitindex ein Minus von 1,73 Prozent auf der Anzeigetafel und damit ein Schlussstand von 7806,79 Punkten. Nachdem der US-Baustoffhersteller USG vor dauerhaften Verwerfungen gewarnt hatte und der größte Hypothekenfinanzierer der USA, Countrywide Financial, schwache Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hatte, beschleunigte sich der Kursrückgang an den Märkten.

„Es ist schon so etwas wie eine kleine Panik, die da jetzt um sich zu greifen beginnt. Vielleicht hat man den Umfang der Krise und ihre Breitenwirkung unterschätzt“, sagte ein Händler. Viele Anleger befürchteten nun, dass schon bald die gesamte US-Wirtschaft taumeln könnte.

In Deutschland gaben die im MDax gelisteten Immobilienaktien Patrizia, IVG und Gagfah gaben um bis zu vier Prozent nach. Im Dax kam es zu Verlusten quer durch alle Branchen. Besonders stark unter die Räder kamen Allianz, Eon, Bayer und die Deutsche Post.

Letztere litten auch darunter, dass die Europäische Union gegen die Mehrwertsteuerbefreiung des ehemaligen Staatskonzerns vorgehen will. Auch Papiere der Münchener Rück und von Infineon standen ganz weit oben auf der langen Verliererliste. Die Titel des Münchener Chipherstellers wurden nach Einschätzung von Börsianern auch von einem eher verhaltenen Ausblick des weltgrößten Handychip-Produzenten Texas Instruments belastet.

Die Aktie des Münchener Nutzfahrzeugekonzerns MAN widersetzte sich dem Abwärtsstrudel. MAN profitierten Händlern zufolge von einer Kaufempfehlung von Merrill Lynch und legten 1,54 Prozent auf 108,98 Euro zu.

Nach einem unter den Analystenschätzungen liegenden Quartalsumsatz trennten sich die Anleger von ihren Wincor-Nixdorf-Aktien. Das Papier war mit einem Abschlag von 6,4 Prozent auf 65,68 Euro das Schlusslicht im Nebenwerteindex MDax. „Es scheint, dass Wincor nach knapp drei Jahren fulminantem Wachstums nun die maximal möglichen Wachstumsraten erreicht hat“, stellte LBBW-Analyst Stephan Wittwer fest. Ganz oben bei den Nebenwerten standen die Papiere von AWD mit einem Anstieg von 2,24 Prozent auf 30,56 Euro. Der Kurs reagierte auf eine positiven Kommentar der Analysten von JP Morgan.

Im TecDax wurden GPC den dritten Tag in Folge davon belastet, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA Bedenken gegen ein neues GPC-Medikament hat. Dies hatte bereits am Freitag für einen Kurssturz von rund 30 Prozent gesorgt, der sich nach dem Wochenende fortsetzte. Am Dienstag stand zur Schlussglocke ein Minus von 3,5 Prozent auf 14,75 Euro zu Buche.

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