Schlussbericht Frankfurt
Wall Street zieht Dax in die Höhe

Erleichterung über die Preisentwicklung in den USA hat am Mittwoch dem Deutschen Aktienindex neuen Auftrieb gegeben. Der Leitindex zog um gut ein Prozent auf 5 862 Punkte an und schloss damit so hoch wie seit August 2001 nicht mehr.

HB FRANKFURT. Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von RWE, die von Spekulationen über ein Interesse des Energiekonzerns an der Übernahme europäischer Konkurrenten profitierten. Kursverluste der im Dax schwer gewichteten Deutschen Telekom-Aktien bremsten den Leitindex etwas.

Auslöser der Kursgewinne war am Nachmittag die Veröffentlichung von Preisdaten in den USA im Januar. So waren die Verbraucherpreise in der Kernrate ohne Energie und Lebensmittel wie von Analysten erwartet um 0,2 Prozent gestiegen. Einige Anleger hatten Händlern zufolge aber mit einem stärkeren Preisschub gerechnet, weshalb sich der Dax den Vormittag über kaum bewegte. Insgesamt stiegen die US-Preise mit 0,7 Prozent etwas stärker als mit 0,5 Prozent prognostiziert.

Am Nachmittag standen die RWE-Aktien im Fokus, die um gut vier Prozent auf 74,64 Euro zulegten. „Der Markt spekuliert, dass RWE nach Eon nun ebenfalls in Europa auf Einkaufstour gehen könnte“, sagte ein Händler. „Da werden ganz verschiedene Namen genannt, wie Enel, Suez und Scottish Power.“

Eon schlossen mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent auf 96,10 Euro. „Nach den Vortagesgewinnen konsolidieren Eon auf hohem Niveau“, sagte ein Händler. Im Rennen um den spanischen Versorger Endesa könnte die italienische Enel dem deutschen Energieriesen Konkurrenz machen. Enel ist bereit, sich hinter ein neues Angebot der spanischen Gas Natural zu stellen, die im September knapp 23 Milliarden Euro für Endesa geboten hatten. Das Angebot von Eon liegt fast sieben Milliarden Euro höher.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Aktien von Linde, die nach der Vorlage des Zwischenberichts um fast drei Prozent zulegten. Dank Sparmaßnahmen und einer guten Geschäftsentwicklung hatte der Industriegase- und Gabelstaplerspezialist 2005 einen Gewinnsprung verzeichnet und die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen.

Technische Faktoren hievten die Aktien von Siemens um 2,3 Prozent in die Höhe. VW setzten nach der Vorlage der Jahresbilanz durch die Tochter Audi ihren Aufwärtstrend wieder fort und stiegen um 1,3 Prozent. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten nach einem positiven Analystenkommentar auch ThyssenKrupp mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Derweil bremsten die T-Aktien den Dax. Vage Gerüchte über eine Dividendenkürzung, die von der Telekom umgehend dementiert wurden, drückten den Aktienkurs der Telekom bei sehr hohem Umsatz um 1,3 Prozent. Insgesamt gerieten in Europa die Telekomwerte wieder unter Druck. Sie gehören schon seit Monaten zu den Werten mit der schlechtesten Kursentwicklung.

Schlechte Branchenvorgaben aus den USA drückten die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon um 1,6 Prozent.

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte die Deutsche Börse mit ihrem Fusionsangebot an die Vierländerbörse Euronext. In der Spitze kletterten die Aktien um fast drei Prozent auf ein Rekordhoch von 108,56 Euro. Bis Handelsschluss bröckelte der Kurs auf das Vortagesniveau ab. Viele Anleger seien angesichts der bisherigen hohen Kursgewinne jetzt etwas vorsichtiger, sagten Händler.

Ein pessimistischer Geschäftsausblick drückte die Aktien von Europas größtem Fotoentwickler CeWe Color um 21,5 Prozent auf 28,26 Euro. CeWe Color sind im Kleinwerteindex SDax notiert.

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