Schlussbericht New York
Bernanke macht Börsianer glücklich

Die US-Börsen haben mit einem deutlichen Kurssprung auf den Zinsentscheid der US-Notenbank reagiert. Sie weiteten nach der Zinssenkung durch die Fed ihre Gewinne aus. Vor allem Finanztitel legten zu. Der Euro kletterte zum Dollar auf ein Rekordhoch.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel um 2,51 Prozent im Plus bei 13.739 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 13.739 und 13.403 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 2,92 Prozent auf 1519 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 2,71 Prozent im Plus bei 2651 Stellen.

Der Euro kletterte nach der Senkung des Zinses auf einen neuen Rekordstand von 1,3971 Dollar. Händler begründeten dies damit, dass der Zinsvorsprung zwischen Euro-Raum und USA mit der Senkung geringer wird. Im Euro-Raum liegt der Leitzins bei 4,00 Prozent.

Auch der Ölpreis verzeichnet nach der Zinssenkung ein starkes Plus. So stieg der führende Oktober-Kontrakt an der Nymex zwischenzeitlich auf ein neues Rekordhoch von 81,90 US-Dollar. Die US-Anleihen drehen dagegen nur kurzzeitig ins Plus und fielen nach kurzer Zeit wieder in den negativen Bereich zurück. „Die US-Notenbank hat mit ihrer Entscheidung das bestätigt, was viele Marktteilnehmer befürchtet haben. Das Risiko einer Abschwächung der US-Konjunktur ist größer als ein Anstieg der Inflation“, so ein Analyst.

Die Währunghsüter um Präsident Ben Bernanke reduzierten den für die Refinanzierung der Banken zentralen Zielsatz für Tagesgeld um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent. Dies war deutlicher als von vielen Experten erwartet und zeigt, dass die Fed mit allen Mitteln einen drastischen Abschwung der US-Wirtschaft verhindern will. An den Märkten wurde dies entsprechend positiv als Schritt interpretiert, um eine Ausweitung der Krise auf die Gesamtwirtschaft zu verhindern.

Zuvor hatten überraschend starke Quartalszahlen der Lehman Brothers Hoffnungen auf eine Eindämmung der US-Hypothekenkrise genährt und den US-Börsen zu Gewinnen verholfen. Der Kurs der Investmentbank schoss um zehn Prozent in die Höhe. Zur Erleichterung der Börsianer ist die Bank offenbar nicht so stark von der Hypothekenkrise betroffen wie befürchtet: Das Institut erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal trotz deutlicher Abschreibungen bei Hypotheken mehr Gewinn als von Analysten erwartet.

Die Aktie von Goldman Sachs gewann 6,91 Prozent auf 200,57 Dollar, die von Merrill Lynch 3,9 Prozent auf 75,69 Dollar.

Anteilsscheine des US-Baufinanzierers Accredited Home Lenders verbilligten sich hingegen, nachdem er zuvor einen hohen Verlust im ersten Geschäftsquartal gemeldet hatte. Die Aktie gab 4,86 Prozent nach.

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