Schlussbericht New York
Dow Jones schließt im Minus – Groupon trotzdem gefragt

Euro-Rettung, G20-Gipfel, US-Arbeitsmarkt – für die Investoren an der Wall Street gab es an diesem Tag keine gute Nachrichten. Die Folge: Die Kurse fielen. Einen Star gab es aber doch: Groupon.
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New YorkZweifel an der Euro-Rettung und der anhaltend schwache US-Arbeitsmarkt haben die Wall Street zum Wochenausklang ins Minus gedrückt. Die Anleger stimmte pessimistisch, dass die Euro-Zone auf der Suche nach Geldgebern für ihren Rettungsfonds große Mühe hat. Das mache „das Versagen der politischen Führung im Umgang mit der Schuldenkrise“ deutlich, sagte Rick Meckler, Chef des Investmenthauses LibertyView in New York. Finanzwerte wurden am Freitag am stärksten abgestraft. Der Branchenindex KBW gab 0,9 Prozent ab und damit deutlicher als der Gesamtmarkt. Lediglich Groupon strahlte als neuer Stern am Börsenhimmel: Die Aktie legte trotz des schwachen Umfelds an ihrem ersten Handelstag zeitweise mehr als die um die Hälfte zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent tiefer auf 11.983 Punkten aus dem Handel. Das Barometer pendelte zwischen 11.850 und 12.043 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,6 Prozent auf 1253 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 2686 Punkte. Der S&P verbuchte sein erstes Wochenminus seit mehr als einem Monat. Den Oktober hatte er am Montag noch als besten Monat seit zwei Jahrzehnten abgeschlossen. Das Hin und Her in der Griechenland-Krise ließ den Index jedoch zuletzt ungewöhnlich stark um mehr als 1,5 Prozent pro Tag schwanken.

Die Euro-Zone holte sich beim Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) eine Abfuhr bei ihrem Bemühen, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF mit Hilfe von Geldgebern aus Asien oder Lateinamerika zu erhöhen. Dieses Eingeständnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Abschluss des Gipfels in Cannes wurde an der Börse als Bestätigung dafür gewertet, dass die Währungsunion ihre Krise noch nicht im Griff hat. Zudem unterwirft sich Italien in einem beispiellosen Schritt einer stärkeren Kontrolle des Internationalen Währungsfonds, um seinen Reformankündigungen mehr Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Der Kurs der Bank of America gab sechs Prozent nach, Goldman Sachs verlor 2,5 Prozent, Morgan Stanley 1,4 Prozent.

Auch der US-Arbeitsmarkt - das zweite Sorgenkind der Anleger - kommt nicht in Schwung: Zwar ging die Arbeitslosenquote etwas zurück, aber im Oktober entstanden weniger neue Arbeitsplätze als erwartet. Die größte Volkswirtschaft der Welt erholt sich nach wie vor nur schleppend.

AMD senkt Stellenzahlen - Investoren senken Daumen

Dennoch verbuchte das Internet-Rabattportal Groupon einen furiosen Börsenauftakt. Nach einem Ausgabekurs von 20 Dollar kosteten die Aktien vorübergehend 31,14 Dollar - ein Plus von 55,7 Prozent. Mit dem Verkauf von 35 Millionen Aktien nahm das gerade einmal drei Jahre alte Online-Unternehmen 700 Millionen Dollar ein und damit deutlich mehr als noch vor wenigen Tagen erwartet. Groupon wurde dadurch zum größten Internet-IPO seit Google in den USA. Der Ausgabepreis taxiert den gesamten Firmenwert auf rund 13 Milliarden Dollar.

Die Pläne des US-Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD), weltweit jeden zehnten Mitarbeiter zu entlassen, gaben der Aktie nur phasenweise etwas Auftrieb. Am Ende rutschte der Kurs aber wieder ins Minus und schloss ein Prozent tiefer. Der Stellenkahlschlag ist die erste große Strategieentscheidung des neuen Vorstandschefs Rory Read, der den angeschlagenen Konzern seit August führt. Bis Anfang 2012 setzt er nun rund 1200 Angestellte vor die Tür.

Die Bilanz des staatlich gestützten Versicherers AIG kam bei den Anlegern nicht gut an. Das Unternehmen rutschte noch tiefer in die roten Zahlen - Abschreibungen auf die Flugzeugleasing-Tochter und das Asien-Geschäft drückten den Verlust im dritten Quartal auf 4,1 Milliarden Dollar von 2,5 Milliarden im Jahr zuvor. AIG-Aktien verloren 2,9 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,86 Milliarden Aktien den Besitzer. 1158 Werte legten zu, 1780 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 886 im Plus, 1565 im Minus und 130 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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