Schlussbericht New York
Inflationssorgen drücken US-Aktien überwiegend ins Minus

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag überwiegend Verluste verbucht. Vor allem die US-Inflation, die im vierten Quartal 2005 höher ausgefallen war als erwartet, drückte die Märkte. Zusätzlich belastete der hohe Ölpreis die Börsen.

HB NEW YORK. Unter Druck gerieten insbesondere Papiere von Banken und Energieversorgern. Diese litten unter der Aussicht, dass der jüngsten Erhöhung der Leitzinsen am Dienstag weitere Anhebungen zur Eindämmung der Inflation folgen könnten. Die Rendite der Staatsanleihen stieg dagegen im Nachmittagshandel beinahe auf ein Zwei-Jahres-Hoch.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,58 Prozent leichter bei 11.151 Zählern. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 11.118 und 11.259 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor um 0,2 Prozent auf 1300 Punkte. Die US-Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,13 Prozent auf 2341 Stellen.

Die von der Regierung veröffentlichten Zahlen deuteten auf eine Inflation hin, sagte Sam Rahman, Depotverwalter bei Baring Asset Management. „Das hat sehr entmutigend auf alle Arten von Aktien eingewirkt, aber der Einzelhandel, Finanztitel und Versorger waren besonders unter Druck“, sagte Rahman weiter.

„Dass die Inflationsrate um zwei Prozent nach oben gegangen ist, hat zu kurzfristigen Ängsten vor Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung geführt“, ergänzte Peter Cardillo, Analyst bei SW Bach and Co. Dass die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf 4,85 Prozent kletterte, trug nach Ansicht von Frank Lee, Aktienhändler bei Payden & Rygel Investment Management möglicherweise zu dem Verkäufen bei.

Zu den stärksten Kursverlierern zählten die zwei größten Banken der USA. Die Aktien des Finanzkonzerns Citigroup büßten um 0,73 Prozent ein und notierten bei 47,28 Dollar, die Anteilsscheine der Bank of America gaben um 0,78 Prozent auf 45,61 Dollar nach. Die Papiere des Mischkonzerns 3M büßten ihre am Vortag erzielten Gewinne vollständig ein. Die 3M-Aktien notierten 1,34 Prozent leichter bei 76,52 Dollar.

Auch die Papiere des Suchmaschinenbetreibers Google gaben nach, nachdem das Unternehmen die Ausgabe zusätzlicher Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar angekündigt hatte. Die Google-Papiere notierten um 1,66 Prozent leichter bei 388,44 Dollar. Auch die Anteilsscheine des US-Geldhauses Wachovia fielen um 1,01 Prozent auf 55,84 Dollar.

Gegen den Trend konnte der US-Mischkonzern General Electric deutlich zulegen, nachdem Analysten von Morgan Stanley die Aktien des Unternehmens als unterbewertet bezeichnet hatten. Die Experten hoben das Kursziel für die Papiere auf 44 von 42 Dollar an und erklärten, die Anteilsscheine könnten ihren Preis innerhalb von drei Jahren verdoppeln. Die GE-Aktien gewannen 2,12 Prozent und notierten bei 34,65 Dollar.

Der Mobiltelefon-Zulieferer Qualcomm und der Handy-Hersteller Motorola zogen die Technologiebörse Nasdaq leicht ins Plus. Motorola bekamen Auftrieb nach einem positiven Ausblick seines Rivalen Nokia zum globalen Handymarkt. Qualcomm notierten um 0,26 Prozent fester bei 50,85 Dollar, Motorola legten um 0,79 Prozent auf 22,96 Dollar zu.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai stieg um 1,27 Dollar auf 66,82 Dollar. US-Leichtöl legte um 75 Cent auf 67,20 Dollar zu. Grund war der internationale Streit um das Atomprogramm des Irans am Donnerstag.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Milliarden Aktien den Besitzer. 1427 Werte legten zu, 1873 gaben nach und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Milliarden Aktien 1518 im Plus, 1514 im Minus und 142 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 97,06/32. Sie rentierten mit 4,859 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 26/32 auf 93,26/32 und hatten eine Rendite von 4,896 Prozent.

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