Schlussbericht New York
Inflationssorgen drücken US-Börsen ins Minus

Wegen anhaltender Inflationssorgen haben die US-Börsen den zweiten Tag in Folge deutlich nachgegeben. Für den Dow Jones ging am Freitag zugleich eine fünfwöchige Gewinnphase zu Ende, die längste seit einem halben Jahr.

HB NEW YORK. Der Energiesektor litt unter einem Preisrückgang auf dem Ölmarkt und die Technologiebörse Nasdaq musste auf Wochensicht die schwersten Verluste seit mehr als einem Jahr hinnehmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11 500 Punkten und einem Tief von 11 374 Punkten. Er verließ den Handel am Freitag um 1,04 Prozent im Minus bei 11 380 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,12 Prozent auf 1291 Punkte. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 1,27 Prozent auf 2243 Zähler. Damit ergibt sich für den Wochenverlauf ein Minus beim Dow Jones von 1,7 Prozent, S&P von 2,6 Prozent und bei der Nasdaq von 4,2 Prozent.

Schon am Donnerstag hatten die Börsen die größten Verluste seit fast vier Monaten verzeichnet, weil die Anleger verstärkt einen Preisauftrieb und höhere Zinsen fürchteten. Diese Sorgen erhielten am Freitag neue Nahrung, als das US-Arbeitsministerium kurz vor Börseneröffnung einen unerwartet starken Anstieg der Einfuhrpreise im April um 2,1 Prozent vermeldete.

„Ich glaube, das Thema ist die Inflation“, sagte Jeff Schappe von BB&T Asset Management. Am Markt sehe man Inflationsdruck und die Aktienkurse würden entsprechend angepasst. „Bis sich das Wachstum verlangsamt, wird es am Markt diese Sorgen geben“, fügte Schappe hinzu. „Die Inflation ist eine große Sorge“, sagte auch Peter Dunay von Leeb Index Trader in New York. „Je mehr Inflation erkennbar wird, desto mehr werden sich die Investoren um die Reaktionen der Fed sorgen.“

Doch inmitten der anhaltenden Inflationsängste gaben die Ölpreise um fast zwei Prozent auf 72 Dollar nach. Das schadete jedoch den Ölkonzernen wie Exxon, die 1,92 Prozent nachgaben und den S&P und den Dow in die Tiefe zogen.

Auf der Nasdaq lastete vor allem das Online-Reisebüro Expedia, das nach enttäuschenden Quartalszahlen mehr als 26 Prozent einbrach. Das Unternehmen hatte einen Rückgang des Nettogewinns im ersten Quartal von 51 Prozent gemeldet. Den Expedia-Zahlen vorausgegangen waren in der vergangenen Woche bereits eine Reihe enttäuschender Quartalsbilanzen.

Bei Industrie-Größen wie Caterpillar setzten sich Händlern zufolge unterdessen die Gewinnmitnahmen fort. Caterpillar-Papiere gaben mehr als 2,2 Prozent nach und zogen den Dow nach unten. General Electric lasteten ihrerseits mit einem Minus von mehr als 0,6 Prozent auf dem S&P 500.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,85 Milliarden Aktien den Besitzer. 653 Werte legten zu, 2648 gaben nach und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,3 Milliarden Aktien 739 Werte im Plus, 2294 im Minus und 127 blieben unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 11/32 auf 99-15/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 5,194 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 29/32 auf 88-1/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 5,305 Prozent.

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