Schlussbericht New York
Schwacher Wochenauftakt an der Wall Street

Ein mit Enttäuschung aufgenommener Umsatzausblick des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart hat den US-Börsen am Montag deutliche Verluste beschert. Händlern zufolge gab es am Markt die Befürchtung vor einem nicht ganz so starken Weihnachtsgeschäft in der Branche.

HB NEW YORK. Zu den Verlierern an der Wall Street gehörten auch Papiere des Internetkonzerns Google, nachdem die Finanzzeitung "Barron's" die Aktien als überbewertet bezeichnet hatte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,29 Prozent tiefer bei 12 121 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 12 110 und 12 279 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte um 1,36 Prozent ab auf 1381 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 2,21 Prozent nach auf 2405 Stellen.

Zwar hatten viele Geschäfte nach dem Feiertag Thanksgiving einen Kundenansturm verzeichnet. Analysten sorgen sich dennoch darum, dass die Margen nicht ganz so groß ausfallen könnten, da viele Läden die Verbraucher mit satten Rabatten locken. "Der Ausverkauf beim Einzelhandel fängt normalerweise nach Thanksgiving an", sagte etwa Portfolio-Manager Rick Campagna von Provident Investment Council.

Wal-Mart-Aktien verloren 2,7 Prozent auf 46,61 Dollar. Der Konzern rechnet erstmals seit zehn Jahren mit schwächeren monatlichen Umsätzen. Auch die Anteilscheine anderer Einzelhändler wie Sears und Penney gaben nach. Sie fielen um 2,8 beziehungsweise zwei Prozent. Philip Dow von RBC Dain Rauscher führte den Trend zu Aktienverkäufen an der Wall Street neben den Einzelhändlern und der Sorge um die Laune der US-Verbraucher auch auf die anhaltende Schwäche des Dollar zurück. Der Rückgang der US-Währung zum Euro hatte bei Experten zuletzt die Frage aufgeworfen, wie attraktiv US-Aktien für ausländische Investoren überhaupt noch sind.

Google-Papiere büßten um gut vier Prozent ein und lagen damit wieder unter der Schwelle von 500 Dollar. Auch von Aktien des Autobauers Ford trennten sich viele Anleger - offenbar als Reaktion auf den am Montag präsentierten Finanzplan. Der Konzern will sich zur Finanzierung seiner harten Sanierung 18 Mrd. Dollar leihen. Die Aktien lagen um 4,2 Prozent im Minus bei 8,16 Dollar.

Zu den wenigen Gewinnern an der Wall Street zählten Papiere des Öl-Konzerns Exxon Mobil, die sich um 0,1 Prozent auf 72,47 Dollar verteuerten. Der Preis für US-Leichtöl legte um mehr als einen Dollar auf 60,33 Dollar pro Barrel (etwa 159 Liter) zu. Aus Saudi-Arabien war zuvor verlautet, die Opec könne ihre Fördermenge weiter kürzen, um den Markt stabil zu halten. Das nächste Opec-Treffen findet Mitte Dezember statt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Mrd. Aktien den Besitzer. 614 Werte legten zu, 2759 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Mrd. Aktien 595 im Plus, 2507 im Minus und 104 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 6/32 auf 100-23/32. Sie rentierten mit 4,534 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 10/32 auf 98-6/32 und hatten eine Rendite von 4,613 Prozent.

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