Schlussbericht New York
Wall Street: Anleger trauen Rally nicht

Die US-Börsen haben am Mittwoch nach der Rally vom Vortag Verluste verbucht. Die Investmentbank Bear Stearns stützte den Markt mit einer Erklärung, den Großteil der Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Kreditkrise hinter sich gebracht zu haben. Viele Anleger bezweifelten jedoch, ob die kräftigen Gewinne vom Dienstag eine nachhaltige Erholung bedeuteten.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,7 Prozent niedriger bei 13.214 Punkten. Er pendelte zwischen 13.198 und 13.367 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,8 Prozent auf 1470 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 2644 Punkte nach.

"Die Leute sind skeptisch, ob der 300-Punkte-Schritt des Dow gestern etwas ist, was gehalten werden kann", sagte Händler Michael James von der regionalen Investmentbank Wedbush Morgan in Los Angeles. Jetzt gehe es vielen darum, die momentane Stärke für Verkäufe zu nutzen.

Das traf besonders die Technologiewerte, die am Dienstag stark zugelegt hatten. Der Kurs des Computer- und Musikabspielgeräteherstellers Apple fiel 2,3 Prozent. Das Papier des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft verbilligte sich um 1,5 Prozent.

Dagegen schöpften manche Anleger neue Hoffnung auf ein Ende der Kreditkrise. Bear Stearns räumte zwar ein, im vierten Quartal einen Verlust zu erwarten, weil das Institut Abschreibungen von 1,2 Milliarden Dollar vornehmen müsse. Die Investmentbank beteuerte jedoch, damit sei das Schlimmste vorüber. Branchenexperten sprachen von neuer Zuversicht, dass die Krise damit auch bei anderen Instituten weitgehend verdaut ist. Börsianer reagierten erleichtert: Der Aktienkurs von Bear Stearns stieg 2,6 Prozent.

Auch Bear-Stearns-Konkurrent Merrill Lynch erfreute die Investoren. Die Bank soll einer Zeitung zufolge bald vom derzeitigen Chef der New York Stock Exchange, John Thain, geführt werden. Daraufhin gewann der Merrill-Kurs 1,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,49 Milliarden Aktien den Besitzer. 1240 Werte legten zu, 2027 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,43 Milliarden Aktien 1170 im Plus, 1776 im Minus und 121 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1/32 auf 99-28/32. Sie rentierten mit 4,265 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 7/32 auf 106-10/32 und hatten eine Rendite von 4,606 Prozent.

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