Schlussbericht New York
Wall Street-Anleger warten auf Fed

Die Anleger an den US-Börsen haben am Montag vorsichtig agiert und keine starken Schwankungen der wichtigen Indizes zugelassen. Vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch sagten Marktteilnehmer weitere Zurückhaltung der Investoren voraus.

HB NEW YORK. Von der US-Notenbank wird weitgehend eine weitere Erhöhung des Schlüsselzinses um 25 Basispunkte auf 5,00 Prozent erwartet. Die Aufmerksamkeit der Anleger gilt vor allem dem Ausblick. "Die Fed muss ein für allemal signalisieren, dass sie mit ihren Zinserhöhungen pausieren wird", nannte Ted Oberhaus von Lord Abbett & Co. eine Voraussetzung für weiter steigende Aktienkurse.

Der Dow Jones der Standardwerte lag schloss 0,06 Prozent im Plus bei 11 584 Punkten. Unterstützt von Fusionen und rückläufigen Ölpreisen markierte der Leitindex mit 11 603 Stellen zeitweise seinen höchsten Stand seit sechs Jahren. Sein Tagestief lag bei 11 561 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,08 Prozent auf knapp 1325 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf knapp 2345 Punkte.

Der Preis für ein Barrel US-Öl zur Lieferung im Juni sank zeitweise unter 69 Dollar. "Die Fed ist das einzige, das den Markt zurückhält", sagte Investment-Experte Charles Lieberman von Advisors Capital Management. "Der Ölpreis ist eine sehr gute Nachricht, aber ich glaube der Markt ist noch nervös, die Fed könnte noch nicht fertig sein."

Zu den wichtigsten Nachrichten gehörte auch die Expansion der Bank Wachovia in den Westen der USA für 25,5 Milliarden Dollar. Das viertgrößte Institut des Landes will für diese Summe den kleineren Konkurrenten Golden West Financial aus Kalifornien übernehmen. Die Aktien von Golden West verteuerten sich um 6,2 Prozent auf 74,90 Dollar. Die Titel von Wachovia fielen dagegen um 6,7 Prozent auf 55,42 Dollar. Analysten kritisierten das Geschäft als riskant und zu kostspielig.

Auf der Verliererseite fanden sich auch die Papiere des Forschungs- und Laborgeräteherstellers Thermo Electron wieder. Sie büßten 2,3 Prozent auf 38,54 Dollar ein, nachdem das Unternehmen ankündigte, seinen größeren Konkurrenten Fisher Scientific International für 10,6 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Aktien von Fisher Scientific verteuerten sich um drei Prozent auf 75,95 Dollar.

Die Titel des Chipherstellers Intel legten 3,1 Prozent auf 20,11 Dollar zu. Zuvor hatten zwei Brokerhäuser die Aktien heraufgestuft.

Die Papiere des Computer-Herstellers Apple schlossen nach zwischenzeitlichen Gewinnen unverändert bei 71,89 Dollar, nachdem ein Gericht in London urteilte, der Konzern habe nicht das Markenrecht des Musikunternehmens Apple Corps verletzt, das den Ex-Beatles Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennons Witwe Yoko Ono und den Erben von George Harrison gehört.

An der New York Stock Exchange wechselten 1,55 Milliarden Aktien den Besitzer. 1690 Werte legten zu, 1618 gaben nach und 159 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1450 im Plus, 1602 im Minus und 155 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 3/32 auf 95-9/32 Punkte. Sie rentierten mit 5,12 Prozent. Die 30-jährigen Bonds lagen unverändert bei 89-19/32 Zählern und erzielten eine Rendite von 5,19 Prozent.

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