Schlussbericht New York
Wall Street schließt mit Verlusten

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed haben die US-Börsen am Dienstag Kursverluste verzeichnet. Unsicherheit herrschte vor allem darüber, welche Hinweise die US-Notenbanker am Donnerstag für die künftige Entwicklung der Zinsentwicklung geben.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index und die US-Technologiebörse Nasdaq schlossen mehr als ein Prozent im Minus. Der Standardindex lag am Ende bei 10.924 Zählern 1,09 Prozent niedriger als am Vortag. Er pendelte dabei zwischen einem Hoch von 11.064 Punkten und einem Tief von 10.920 Zählern. Die Nasdaq beendete den Handel 1,57 Prozent niedriger bei 2100 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 0,91 Prozent auf 1239 Punkte.

Zu den großen Verlierern gehörte der Anteilschein an General Motors, der 6,6 Prozent nachgab. Der US-Autohersteller hatte erklärt, er rechne für dieses Jahr mit einem geringeren Branchenabsatz auf dem US-Markt als 2005.

Aktien des Chemiekonzerns DuPont verloren 2,7 Prozent. Das französische Telekom - und Medien-Unternehmen Vivendi erklärte, es habe sich von seinem 1,8-prozentigen Anteil an dem Chemieunternehmen getrennt. Gegen den Trend konnten dagegen Papiere des größten spanischsprachigen US-Fernsehsenders Univision um gut sechs Prozent zulegen. Eine Investoren-Gruppe um den Medienmogul Haim Saban übernimmt den Sender für gut zwölf Milliarden Dollar.

Viele Investoren zeigten sich verunsichert wegen der weiteren Entwicklung der US-Zinsen. Steigende Zinsen werden von den Börsianern negativ bewertet, da sie das verfügbare Einkommen der Verbraucher verringern und kostensteigernd für Unternehmen wirken. Eine erneute Zinserhöhung am Donnerstag um einen viertel Prozentpunkt auf 5,25 Prozent gilt zwar als ausgemachte Sache. Die Anleger versprechen sich jedoch von den Erläuterungen der Notenbanker Aufschluss darüber, ob noch weitere Zinserhöhungen folgen werden. Es gebe auch Spekulationen, dass es eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt geben könnte, sagte Händler Giri Cherukuri von OakBrook Investments LLC.

Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Nicolas Garganas nährte mit Äußerungen zudem Sorgen vor Zinserhöhungen in Europa. Der Schlüsselzins könne womöglich früher und stärker angehoben werden als am Finanzmarkt bisher erwartet, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Sollte es eine Notwendigkeit für eine Anpassung am 3. August geben, sehe ich nichts, was uns davon abhalten könnte". Auch eine stärkere Anpassung als um 25 Basispunkte sei nicht auszuschließen.

"Die Kombination des Fed-Treffens und höhere Ölpreise drücken auf die Märkte", sagte Aktienhändler Larry Peruzzi von Boston Co Asset Management. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl legte um 0,15 Prozent zu auf 72,03 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,56 Milliarden Aktien den Besitzer. 917 Werte legten zu, 2397 gaben nach und 144 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 775 im Plus, 2288 im Minus und 124 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 8/32 auf 99-12/32. Sie rentierten mit 5,206 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 17/32 auf 89-00/32 und hatten eine Rendite von 5,234 Prozent.

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