Schlussbericht New York
Zinsängste drücken US-Börsen ins Minus

Neu angefachte Inflations- und Zinsängste haben die US-Börsen den zweiten Tag in Folge ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank zeitweise unter 11 000 Punkte – zum ersten Mal seit Anfang März.

HB NEW YORK. Den Handel beendete der Index praktisch mit einer Punktlandung auf dieser psychologisch wichtigen Marke. Der Dow Jones pendelte am Dienstag im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11 094 und einem Tief von 10 926 Zählern. Er verließ den Handel 0,42 Prozent im Minus bei rund 11 002 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,11 Prozent auf 1263 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 0,32 Prozent auf 2 162 Punkte.

Schon am Vortag hatte der Dow um fast 200 Zähler niedriger geschlossen, und die Nasdaq hatte nach einem Minus von mehr als zwei Prozent ihre Gewinne auf Jahressicht wieder eingebüßt. Auslöser für den Ausverkauf waren Warnungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke vor zunehmender Inflationsgefahr. Der Fed-Chef deutete weitere Zinserhöhungen an und prognostizierte zugleich auch ein verlangsamtes Wachstum der US-Wirtschaft.

„Bernanke hat ganz klar darauf hingedeutet, dass wir einen weiteren Zinsschritt von 25 Basispunkten bekommen und nur Gott weiß, was danach“, sagte Scott Wren von A.G. Edwards & Sons. Eine Erholung sei in diesem Umfeld schwierig. Ähnlich sah es Todd Clark von Nollenberger Capital Partners: Ängste vor einer sich verlangsamenden Wirtschaft und einer sich einschleichenden Inflation drückten auf die Aktien, sagte Clark.

Am Dienstag schlossen sich zudem andere Mitglieder der Notenbank den Warnungen Bernankes an – so der Präsident der St. Louis Federal Reserve Bank, William Poole, in einem Interview des „Wall Street Journal“: Wenn die Inflationsrisiken weiter anstiegen, könnte das sich verlangsamende Wachstum allein nicht ausreichen, um die gegenwärtige Preissteigerung in Schach zu halten, sagte Poole. Fed-Gouverneurin Susan Bies sagte, die Kerninflation bewege sich schon seit drei Quartalen auf einem Niveau, „mit dem sie sich persönlich sehr unwohl“ fühle.

Vor allem zins-sensible Titel wie die der Finanzhäuser JPMorgan Chase & Co und Bank of America gehörten zu den Verlierern im S&P. JPMorgan gab an der New Yorker Börse 1,37 Prozent auf 42,38 Dollar nach, während Bank of America 0,43 Prozent auf 48,53 Dollar verlor.

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