Schlussbericht New York
Zinsängste und Nahost-Konflikt belasten US-Börsen

Der Nahost-Krieg, eine Reihe schwacher Geschäftszahlen und die Furcht vor weiteren Zinserhöhungen haben am Montag die Stimmung an der Wall Street getrübt. Die Titel von Fluggesellschaften litten unter einem erneuten Anstieg der Ölpreise. Einige Technologiewerte gewannen dagegen.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,3 Prozent auf 11.185 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab knapp 0,15 Prozent auf 1276 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq verlor gut 0,13 Prozent auf 2091 Stellen.

Unerwartet schwache Geschäftszahlen der Kosmetikfirma Avon und Tyson Foods bekamen die Aktien der Unternehmen mit Kursverlusten von knapp zwölf beziehungsweise drei Prozent zu spüren. Zu den Verlierern gehörten auch die Titel von Unternehmen, die besonders stark von wirtschaftlichen Schwankungen abhängig sind. Dazu gehörten der Mischkonzern General Electric mit einem Minus von ein Prozent und Flugzeugbauer Boeing mit minus zwei Prozent.

"Angesichts der Situation im Nahen Osten und der hohen Ölpreise kann man Aktienkäufe nur schwer rechtfertigen, vor allem nach den Kursgewinnen der letzten Woche", sagte ein Händler. US-Rohöl verteuerte sich über einen Dollar auf 74,50 Dollar, da Anleger sich unter anderem darauf einstellten, dass ein Waffenstillstand im Nahen Osten wohl noch auf sich warten lassen wird. Wegen des hohen Ölpreises kamen die Titel von Fluggesellschaften erheblich unter Druck: Continental verloren mehr als sieben Prozent, AMR - Betreiber von American Airlines - gaben über fünf Prozent nach.

Apple-Papiere legten fast vier Prozent zu, nachdem die Banc of America den Konzern zuversichtlicher als zuvor bewertete. Zudem riet das Wertpapier-Handelshaus Sanford C. Bernstein seinen Kunden zum Kauf von Papieren aus dem Halbleitersektor. National Semiconductor konnten ihre anfänglichen Gewinne dennoch nicht halten und schlossen ebenfalls etwas schwächer.

An die in der kommenden Woche anstehende Zinsentscheidung erinnerte die Anleger der Präsident der Federal Reserve of St. Louis, William Poole. Er sei über eine weitere Zinserhöhung beim Fed-Treffen am 8. August zwiegespalten, weil es in den Konjunkturdaten sowohl Anzeichen für ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum als auch für steigenden Inflationsdruck gebe. Am Freitag hatten die Aktien zugelegt, weil ein überraschend schwaches Wirtschaftswachstum Hoffnungen geschürt hatte, dass die Zinsen in den USA nicht mehr stark steigen werden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,47 Milliarden Aktien den Besitzer. 1601 Werte legten zu, 1704 gaben nach und 162 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 1580 im Plus, 1444 im Minus und 145 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1/32 auf 101-01/32. Sie rentierten mit 4.988 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1/32 auf 91-10/32 und hatten eine Rendite von 5.070 Prozent.

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