Schlussbericht New York
Zinssorgen drücken Kurse an der Wall Street

Die amerikanischen Aktienbörsen haben am Dienstag angesichts neuer Inflations- und Zinssorgen Kursverluste verbucht. Zudem bekommen einer Umfrage zufolge die Firmen die Ölpreisexplosion schmerzhaft zu spüren. Auch eine Reihe von Geschäftszahlen sorgte für schlechte Stimmung an der Wall Street.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,54 Prozent schwächer bei 11.126 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank 0,45 Prozent auf 1271 Zähler, der Technologie-Index Nasdaq verlor bis Handelsende 1,41 Prozent auf 2062 Stellen.

"Wir beobachten eine Konsolidierung vor dem Treffen der Fed, weil diesmal keiner weiß, was passieren wird", beschrieb ein Analyst die Stimmung. Es gehe die Angst um, dass weitere Zinserhöhungen die Wirtschaft in die Knie zwingen könnten. Die Währungshüter werden am kommenden Mittwoch entscheiden, ob sie ihren Schlüsselzins zum 18. Mal in Folge anheben oder eine Pause einlegen.

Besonders Aktien von Firmen, die stark vom Wirtschaftszyklus beeinflusst werden, litten unter den Nachrichten. So notierten etwa die Papiere der großen Hersteller Caterpillar und 3M deutlich schwächer. Zu den größten Verlierern unter den Standardwerten gehörten auch die Papiere von GM mit einem Minus von knapp drei Prozent.

Vor Börsenbeginn bezifferte das US-Handelsministerium die Jahresteuerung laut Kernrate auf 2,4 Prozent - dieser Index gilt als wichtiger Inflationsindikator für die US-Notenbank. Zudem stieg der viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager im Juli überraschend auf 54,7 Zähler von 53,8 Punkten an, die Kosten der Firmen zogen dabei so kräftig an wie seit neun Monaten nicht mehr.

Nach Einschätzung des Finanzmarktes erhöhten die Daten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung in der kommenden Woche auf 43 Prozent. Am Montag hatten die Zinsfutures einer Zinserhöhung lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 32 Prozent beigemessen.

Auch eine Reihe von Geschäftsberichten konnte die Stimmung nicht erhellen. So fielen die Aktien von Whole Foods Market um zwölf Prozent, weil der Einzelhändler weniger Bio-Lebensmittel verkaufte als erwartet. Dies belastete auch die Papiere der Kaffeekette Starbucks, die rund vier Prozent an Wert einbüßten. Auch der Fotofilm-Hersteller Eastman Kodak vermeldete einen überraschend hohen Verlust. Die Börse bestrafte auch einen pessimistischeren Geschäftsausblick mit einem Minus von fast 14 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,66 Milliarden Aktien den Besitzer. 1276 Werte legten zu, 2047 gaben nach und 137 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 861 im Plus, 2144 im Minus und 135 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1/32 auf 101-3/32. Sie rentierten mit 4,981 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1/32 auf 91-11/32 und hatten eine Rendite von 5,067 Prozent.

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