Schlussbericht Tokio
Asiens Börsen nach negativen US-Vorgaben im Minus

Im Sog der Wall Street haben am Freitag auch die Fernost-Börsen Kursverluste verzeichnet. Für negative Impulse sorgte insbesondere der Gewinneinbruch beim weltgrößten Chiphersteller Intel, der auch Anlegern in Asien Sorgen über die künftige Entwicklung im Technologie- Sektor bereitete.

HB SINGAPUR. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei Index mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 14.821 Zählern. Der breiter gefasste Topix Index verlor 0,85 Prozent auf 1515 Punkte. Auch die führenden Indizes in Taiwan, Singapur, Südkorea und Hongkong verbuchten Verluste.

Am Vortag hatten auch die US-Börsen schwächer geschlossen. Ursache dafür war unter anderem, dass Intel im zweiten Quartal mehr als 50 Prozent weniger verdiente als im Vorjahr. Zudem legte der Konzern eine Umsatzprognose für das laufende Quartal unter den Markterwartungen vor. Das zog in Tokio die Papiere etwa von Advantest, dem Hersteller von Maschinen für die Halbleiter-Industrie, ins Minus. Advantest-Titel verbilligten sich um gut zwei Prozent.

"Der Grund, weshalb die US-Hochtechnologieaktien weiter fallen, ist dass die Anleger eine Abschwächung der Konjunktur befürchten", sagte Hiroyuki Nakai von Tokai Tokyo Securities. "Das wird irgendwann auf die japanischen Aktien übergreifen. Wir sollten nicht zu optimistisch sein, was die kommenden Unternehmensergebnisse angeht."

Ansonsten gehörten in Tokio Finanztitel zu den größten Verlierern. "Es ist momentan keine gute Zeit zum Kauf von Finanzaktien, darunter Banken, Leasing- und Kreditinstitute", sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities. "Ursache dafür ist, dass die japanischen Zinsen nicht so stark steigen werden." Zuletzt hätten Anleger vermehrt Finanztitel in der Annahme gekauft, dass sie von höheren Zinsen profitieren würden.

Die japanische Zentralbank hatte in der vergangenen Woche mit ihrer ersten Zinserhöhung seit sechs Jahren zwar ihre Nullzinspolitik beendet. Gleichzeitig signalisierten die Notenbanker aber, die Zinsen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt künftig nur sehr behutsam zu erhöhen. Die Aktien des Instituts Credit Saison, das Verbraucher-Kredite vergibt, verbuchten ein Minus von knapp vier Prozent.

Der Euro präsentierte sich im fernöstlichen Handel fester. Zuvor hatte das Protokoll der vergangenen Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) die Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen weiter gedämpft und damit den Dollar gedrückt.

Ein Euro wurde mit 1,2641 Dollar bewertet nach 1,2627 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar kostete 116,75 Yen nach 117,02 Yen in den USA. Dem Protokoll zufolge will die Fed zur Bestimmung der künftigen Zinsentwicklung zunächst weitere Konjunkturdaten abwarten, um mehr Informationen zur Wirtschaftslage zu bekommen. Erst dann könne entschieden werden, ob neue Zinserhöhungen erforderlich seien.

Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) leichtes US-Öl hielt sich stabil bei 74 Dollar, nachdem er am Vortag um 50 Cent gefallen war.

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