Schlussbericht Wall Street
New Yorker Börsen rutschen ins Minus

Überraschend deutliche Hinweise auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum haben an der Wall Street die Spekulationen über weiter steigende Zinsen verstärkt. Die Angst vor einer Verteuerung von Krediten löste in der Folge einen regelrechten Ausverkauf bei Finanztiteln wie Citigroup aus. Der leicht gesunkene Ölpreis belastete weiter Aktien von Energieunternehmen wie Exxon Mobil.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor rund 0,47 Prozent auf 11.283 Zähler. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 11.260 und 11.355 Stellen bewegt. Die US-Technologiebörse Nasdaq sank um 0,13 Prozent auf 2330 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,49 Prozent nach auf 1301 Zähler.

Die unerwartet gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten haben die Zinssorgen wieder verstärkt. Die Fed hat die Zinsen seit Juni 2004 schrittweise angehoben, um die Inflation im Zaum zu halten. Die Zentralbank hat mehrfach betont, ihre weitere Zinspolitik hänge von den Konjunkturdaten ab. "Die Frage ist: Ist die Wirtschaft im Vergleich mit den Vorstellungen der Fed zu heiß gelaufen? Wird die Inflation ein Problem sein, und wird die Fed die Zinsen noch über einen längeren Zeitraum erhöhen als der Markt erwartet hatte?", sagten Händler.

Die Entwicklung des Ölpreises wurde zuletzt unterschiedlich am Markt aufgenommen. In der Regel belastet ein Anstieg der Ölpreise die Kurse, weil die Energiekosten für die meisten Unternehmen steigen. Ein Rückgang sorgt in der Regel für Erleichterung und damit wieder für steigende Kurse. "Normalerweise geht der Markt in die andere Richtung wie der Ölpreis, aber das ist heute nicht passiert", hieß es.

Ein Barrel US-Leichtöl zur Lieferung im Juni kostete mit 72,74 Dollar etwa einen halben Dollar weniger als am Vortag. Der Preis war insbesondere nach der Ankündigung von US-Präsident George W. Bush gesunken, gegen die hohen Öl- und Benzinpreise in den USA vorgehen zu wollen. Am Freitag hatte US-Leichtöl mit 75,35 Dollar noch ein Rekordhoch markiert. Die Preise am Ölmarkt waren zuletzt unter anderem wegen des anhaltenden Streits mit dem Iran über dessen Atomprogramm gestiegen. Viele Marktbeobachter befürchten Lieferengpässe in Folge des Konflikts. Der Iran ist der viertgrößte Ölexporteur. Exxon-Aktien gaben 0,71 Prozent an Wert nach auf 63,95 Dollar.

Wegen der Zinssorgen verloren die Titel der Citigroup, und zwar um mehr als ein Prozent auf 47,46 Dollar. Die Aktien der American International Group (AIG) verloren genau ein Prozent auf 63,64 Dollar. An der Nasdaq gaben auch die Papiere des Internet-Buchhändlers Amazon.com um 0,67 Prozent nach auf 35,55 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,68 Milliarden Aktien den Besitzer. 1224 Werte legten zu, 2101 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,3 Milliarden Aktien 1474 im Plus, 1565 im Minus und 145 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben im späten Handel die zehnjährigen Staatsanleihen um 22/32 auf 95-18/32 nach. Sie rentierten mit 5,079 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 1-14/32 auf 89-30/32 und hatten eine Rendite von 5,164 Prozent.

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