Schlussbericht Wall Street
US-Börsen legen zu und schließen uneinheitlich

Belastet von schlechteren Aussichten beim weltgrößten Chiphersteller Intel und Kursverlusten bei Finanzwerten haben die US-Aktienmärkte am Dienstag zunächst deutliche Verluste verzeichnet. Allerdings sorgte die mögliche Rettung des Anleiheversicherers Ambac vor Schluss für eine wahre Aufholjagd.

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben am Dienstag nach Spekulationen über eine Rettung des Anleiheversicherers Ambac ihre deutlichen Verluste zum Teil aufgeholt und uneinheitlich geschlossen. Händler sprachen davon, dass ein Ausweg aus der Krise bei Ambac unmittelbar bevorstehen könnte. Im Handelsverlauf hatten vor allem Sorgen über eine Ausweitung der Hypothekenkrise und gesenkte Erwartungen des weltgrößten Chipherstellers Intel die Kurse belastet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,37 Prozent tiefer bei 12 213 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 12 032 und 12 259 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,34 Prozent nach auf 1326 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,07 Prozent auf 2260 Punkte. Der deutsche Leitindex Dax büßte 2,17 Prozent auf 6545 Stellen ein.

"Es gibt Gerüchte, dass Ambac möglicherweise noch heute gerettet werden könnte, und das hat Käufe bei Finanzwerten ausgelöst", sagte Michael James von Wedbush Morgan. Der TV-Sender CNBC berichtete, dass die Gespräche über eine Kapitalspritze für den zweitgrößten Bondversicherer vorankommen, es aber bisher nicht zu einer Lösung gekommen sei. Die Banken stellten sich darauf ein, die Nacht durchzuarbeiten, sagte CNBC-Reporter Charlie Gasparino. Die Ambac-Aktien legten 7,85 Prozent zu, die Papiere des Konkurrenten MBIA gewannen 2,85 Prozent.

Doch nicht alle Finanzwerte profitierten. Die Titel der Citigroup gaben 4,29 Prozent nach. Zuvor hatten Analysten von Merrill Lynch erklärt, dass sie bei der Großbank mit weiteren Verlusten im Zuge der Finanzkrise rechnen. Zusätzlich teilte die Investmentagentur Dubais mit, dass das US-Kreditinstitut auf zusätzliches Geld von Investoren angewiesen sein könnte.

Hinzu kamen pessimistische Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der vor fallenden Häuserpreisen und mehr Zwangsversteigerungen warnte. Die Situation fordere eine "starke Antwort", sagte er. Die Papiere des Hypothekenspezialisten Countrywide verloren 3,89 Prozent. Die Aktien der Bank of America, die Countrywide für 4,9 Milliarden Dollar übernehmen will, notierten 1,02 Prozent im Minus. Intel-Aktien büßten 0,05 Prozent ein. Das Unternehmen hatte zuvor seine Prognose für die Bruttogewinnspanne um zwei Prozentpunkte auf 54 Prozent gesenkt. Die Google-Aktien gaben 2,72 Prozent nach. Die Internet-Kontaktbörse Facebook hatte eine hochrangige Managerin abgeworben und damit den Aktienkurs unterhalb seines 52-Wochen-Tiefs gedrückt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,78 Milliarden Aktien den Besitzer. 1027 Werte legten zu, 2109 gaben nach und 81 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,63 Milliarden Aktien 1132 im Plus, 1775 im Minus und 129 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 99-1/32. Sie rentierten mit 3,617 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 35/32 auf 97-28/32 und hatten eine Rendite von 4,505 Prozent.

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