Schuldenkrise
Aktienmärkte im freien Fall

Die europäische Schuldenkrise schüttelt die Märkte durch. Lösungen müssen her, doch Europas Politiker finden keine Einheit. Die neue IWF-Chefin verstärkt die Unsicherheit zusätzlich. Die Anleger ergreifen die Flucht.
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DüsseldorfDie europäischen Kapitalmärkte haben am Dienstag nahtlos an die Talfahrt vom Montag angeschlossen. Die anhaltenden Debatten über ein neues Hilfspaket für Griechenland und die zunehmende Sorge vor einem Übergreifen der Krise auf Italien warfen den Deutschen Aktienindex am Nachmittag um 0,8 Prozent auf 7.174 Punkte zurück. Allerdings lag er am Morgen auch zeitweise unter der 7.000er Marke.

Am stärksten verloren erneut die Finanzwerte. Die Commerzbank-Aktie, die am Montag um 8,6 Prozent eingebrochen waren, verbilligte sich in der Spitze um fünf Prozent, konnte die Verluste später aber immerhin auf gut zwei Prozent eindämmen. Die Papiere der Deutschen Bank gaben gleichzeitig 2,5 Prozent nach.

Am Devisenmarkt setzte der Euro seine Talfahrt fort. Gegenüber dem US-Dollar rutschte die Gemeinschaftswährung erneut um mehr als ein Prozent ab und rutschte unter 1,39 Dollar. Zum Schweizer Franken fiel der Euro auf 1,1650 Franken je Euro.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Montagabend auf ihrem Treffen in Brüssel keine Einigung über neue Finanzhilfen für Griechenland erzielt. Zwar scheint es einen Konsens darüber zu geben, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF im Kampf gegen die Ausbreitung der Schuldenkrise dem Rettungsfonds neue Aufgaben erhalten soll. Offen ist dagegen noch, ob der Fonds ausgeweitet wird. Zudem streiten die Euro-Staaten weiter über die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands.

Für neue Unruhe sorgte auch IWF-Chefin Christine Lagarde. Vor Journalisten erklärte die Französin, die Anstrengungen Griechenlands zur Reduzierung des Haushaltsdefizits reichten nicht aus. Griechenland habe zwar viel getan, um das Defizit zu senken und den Haushalt zu konsolidieren, das Land müsse weitere Anstrengungen unternehmen. Der IWF und seine europäischen Partner seien noch nicht bereit, über ein zweites Rettungspaket zu verhandeln.

Mit Blick auf Italien versuchte Lagarde dagegen zu beruhigen. Zwar sei klar, dass sich das italienische Wachstum verbessern müsse, einige der italienischen Zahlen seien aber hervorragend. Die Bedenken, Italien könne seine Schulden nicht in den Griff bekommen, seien „hauptsächlich marktgesteuert“.

Wie kritisch die Märkte Italien sehen, bekam das Land bei einer Anleiheauktion zu spüren. Für neue einjährige Anleihen im Volumen von 6,75 Milliarden Euro musste Italien eine Rendite von 3,67 Prozent bieten. Bei einer Emission vor Monatsfrist lag die Rendite lediglich bei 2,14 Prozent. Trotzdem war die Auktion nur 1,55-fach überzeichnet. Im Juni hatte die Nachfrage das Angebot noch um das 1,71-Fache übertroffen.

Der deutliche Absturz italienischer Anlagen fand ein Ende. Der Leitindex FTSE MIB 30 in Mailand büßte zwar bis zum Mittag immer noch 1,33 Prozent auf 18.062 Punkte ein, erholte sich damit aber ein wenig von noch deutlicheren Verlusten aus dem frühen Handel. Damit schlug er sich besser als zahlreiche andere europäische Leitindizes. Der Athener Leitindex ASE gab 3,5 Prozent nach, der portugiesische PSI-Index fast drei Prozent.Der EuroStoxx 50, in dem Bankenwerte schwer gewichtet sind, verlor indes 2,3 Prozent auf 2647 Punkte. Allerdings hatte der MIB 30 bereits zuletzt deutlich nachgegeben. Seit dem Handelsschluss am vergangenen Freitag steht für den Index ein Minus von knapp fünf Prozent zu Buche.

Die Aktien der Großbank Unicredit gewannen 2,25 Prozent, nachdem sie am Morgen zeitweise sieben Prozent schwächer notiert hatten und wie schon am Vortag zeitweise vom Handel ausgesetzt worden waren. Auch die Titel des Konkurrenten Intesa erholten sich von den starken Verlusten am Vormittag und legten 1,3 Prozent zu.

Auslöser der Kurserholung war laut Börsianern die erfolgreiche Auktion italienischer Anleihen im Volumen von 6,75 Milliarden Euro. „Zwar liegen die Zinsen höher als zuletzt, aber immerhin sind alle Papiere weggegangen“, sagte ein Händler in Mailand. Bei der Emission der Geldmarktpapiere mit zwölf Monaten Laufzeit verlangten die Investoren am Dienstag eine Rendite von 3,67 Prozent. Dies ist der höchste Zinssatz seit September 2008.

Die Flucht aus Papieren der Krisenstaaten setzte sich am Anleihemarkt fort. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen kletterte um 16 Basispunkte auf 5,85 Prozent, spanische Bonds mit gleicher Laufzeit rentierten mit 6,2 Prozent. Stark gefragt waren dagegen deutsche Bundesanleihen. Der Bund-Future stieg um mehr als einen Prozentpunkt auf 130,37 Prozent. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen fiel auf 2,58 Prozent.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

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  • Oder tagein tagaus Alleskönner-Besserwisser-Kommentare mit Handlungsaufforderungen an Andere in Zeitungen schreiben, während man den Sessel im Mittelreihenhaus durchfurzt...

  • Die Politiker machen genau das Gegenteil von dem was aus der Krise helfen würde. Entweder sind unsere Politiker so dumm, was ich nicht glaube, oder sie machen dies mit Absicht? Aber warum sollten sie dies tun`? Ganz einfach, weil sie uns bei der totalen Bedrohung durch den globalen ultimativen Crash eine vorbereitete Lösung aus dem Hut zaubern werden. Es ist die Lösung der globalen Eliten. Eine neue Weltwährung, ein einheitlicher weltweiter Wirtschaftsraum, mit einem Patentrecht und einer zentralplanwirtschaftlichen Elitenregierung incl. totaler Überwachung und Kontrolle. Alles zum Wohle des Volkes versteht sich, zur Terror und Finanzcrashabwehr. Die Vorbereitungen laufen schon seit langem in den Medien. Überall wird von "koordinierten" und gemeinschaftlichen Lösungen gelabert, einer einzigen Wirtschaftsregierung usw.

  • Man sollte diese Verursacher und ihre Helfershelfer in der Politik teeren und federn und dann aus 10000 m ohne Fallschirm aus dem Flugzeug abspringen lassen.

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