Schuldenkrise
S&P sieht Krisenländer weiter unter Druck

Die Schuldenkrise lässt nach, ist aber noch lange nicht überwunden. Dieser Meinung ist die Ratingagentur Standard & Poor's. Zwar nehme der Druck an den Märkten ab, an andere Stelle nehme er aber zu.
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FrankfurtTrotz einer spürbaren Entspannung wird die Euro-Schuldenkrise nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) noch lange anhalten. „Die Krise ist leider noch nicht vorbei, weil der Abbau der Verschuldung in den südeuropäischen Ländern noch eine ganze Weile dauern wird“, sagte Länder-Analyst Moritz Kraemer am Dienstag in Frankfurt. Es gebe seit Sommer 2012 die Situation, dass der Druck der Märkte dank der von den Notenbanken zur Verfügung gestellten Liquidität zwar abgenommen habe, der Druck der Bevölkerung aber zunehme.

Kraemer lobte den Ansatz der Euro-Länder, dass der Fokus nicht mehr allein auf den Sparanstrengungen liege. „Der Ansatz des europäischen Krisenmanagement hat sich verbreitert und damit auch die Chance, der Krise Herr zu werden.“

Ende Mai hatte die EU-Kommission Frankreich und Spanien zwei Jahre mehr Zeit zum Defizitabbau eingeräumt. Für S&P gebe es trotzdem derzeit keinen unmittelbaren Grund, die Ratings von diesen oder anderen Ländern der Euro-Zone zu verändern, sagte Kraemer. „Das reflektiert unsere Erwartungen, dass die Politik sich nicht durch den geringeren Druck der Märkte verführen lässt, die Strukturreformen weniger stark voranzutreiben.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: S&P sieht Krisenländer weiter unter Druck"

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  • wie kann denn die krise nachlassen wenn eine erneute bankenrettung aller systemrelevanten Banken mit OMT ansteht?

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