Schwache US-Börsen und hoher Ölpreis
US-Vorgaben knüppeln Dax regelrecht nieder

Das Durchatmen am Frankfurter Parkett hat ein Ende: Nach der Erholung am Vormittag drehten die Aktienmärkte im Sog der schwächeren Wall Street ins Minus.

HB FRANKFURT. Nach anfänglichen Gewinnen fiel der Frankfurter Index bis zum Handelsende um 3,04 % auf 3307,34 Punkte. Auf diesem Niveau hatte der Dax zuletzt vor rund zwei Monaten geschlossen. Zeitweise rutschte der Deutsche Aktienindex um 3,5 % und damit unter die psychologisch und technisch wichtige 3300er Marke auf ein Tagestief von 3285 Zählern.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes, der MDax und der TecDax wiesen mit Kursabschlägen von je rund 0,4 % beziehungsweise 0,9 % geringere Verluste als der Dax aus. Sie notierten zum Handelsschluss 4024,91 bzw. 503,75 Zähler. Die europäischen Börsen, die anders als die deutsche Börse schon um 17.30 Uhr den Handel beenden, schlossen teils sogar im Plus oder nur geringfügig im Minus.

In New York hatte vor allem die Entscheidung der Erdöl exportierenden Länder (Opec) zu einer Kürzung der Fördermengen die Marktteilnehmer verstimmt. Kurz vor Beginn der Heizperiode auf der nördlichen Halbkugel der Erde scheint damit ein Anstieg der Ölpreise programmiert, was sich wiederum negativ auf die Inflationserwartungen niederschlagen könnte. In London verteuerte sich Öl der marktführenden Nordsee-Sorte Brent am Mittwoch schon um 1,26 Dollar auf 26,81 Dollar.

"Dax verliert überproportional"

Händler bei den meisten Banken verwiesen zur Begründung der Verkaufswelle am Abend auf die schwache Wall Street. „Wir laufen den schwachen US-Vorgaben hinterher“, sagte ein Frankfurter Börsianer. Die Höhe der heutigen Verluste erklärte das jedoch nicht. „Wir sind eigentlich ratlos, da dieser große Abschlag im Dax auch im Vergleich zum Dow überhaupt nicht gerechtfertigt ist“, so ein weiterer Händler. Bei einer anderen Großbank machten Händler amerikanische Investoren als die Hauptverkäufer aus. „Die Amerikaner machen mit deutschen Aktien Kasse. Die Inländer haben sich aus dem Handel schon längst verabschiedet“, erklärte der Händler.

Zu den großen Verlieren gehörten die Bayer-Aktien. Sie gaben um 5,01 % auf 18,77 € nach. Grund: Der US-Pharmakonzern Pfizer hat seine Klage gegen die Leverkusener wegen des Potenzmittels Levitra erneuert. Pfizer werfe Bayer die Verletzung eines US-Patents vor, sagte eine Bayer-Sprecherin am Mittwoch in Leverkusen.

Dagegen knüpften Altana-Titel mit plus 0,59 % auf 54,18 € an ihren Aufwärtstrend vom Vortag an. Die Analysten von Commerzbank Securities hatten den Titel hochgestuft. Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon zog nach einem positiven Analystenkommentar mit plus 2,26 % auf 77,31 € an die Dax- Spitze.

Der weiterhin feste Euro belastete nach Einschätzung von Händlern die Kurse der Autoaktien. Ein starker Euro erschwert den Konzernen den Absatz im Dollarraum, weil dort die Autos für die Verbraucher vergleichsweise teurer werden. BMW-Aktien büßten 4,74 % auf 32,55 € ein. Daimler-Chrysler-Papiere fielen um 3,41 % auf 31,15 €. Volkswagen-Titel gaben 3,46 % auf 39,10 € nach.

Am Rentenmarkt stieg der Bund Future um 0,1 % auf 114,39 Punkte. Der REX gab 0,1 % auf 118,24 Punkte nach. Die Umlaufrendite rückte auf 3,81 (Dienstag: 3,79) Prozent vor. Der Kurs des Euro verharrte auf hohem Niveau. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1466 (Dienstag: 1,1464) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8721 (0,8723) Euro.

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