Schwacher Dollar
Tokos Börse trotzt schwachen US-Vorgaben

In Fernost haben sich die Aktienmärkte am Donnerstag widerstandsfähig gezeigt. So kletterten an der asiatischen Leitbörse in Tokio die Kurse im Verlauf um durchschnittlich beinahe ein Prozent, obwohl die Vorgaben aus New York eher sinkende Kurse signalisiert hatten.

Reuters SINGAPUR. Der Dollar zeigte sich dagegen zum Euro weiter schwach, was Händler vor allem auf Sorgen über die Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in den USA zurückführten. Zum Yen zog der Dollar dagegen an. Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben in Fernost wieder etwas nach, nachdem sie zuvor auf das höchste Niveau seit einem Jahr geklettert waren.

Schon bis zur Geschäftsmitte hatte die Tokioter Börse ihre Verluste nahezu ausgeglichen. Bis zum Handelsschluss stieg der Nikkei-Index um 1,65 Prozent auf 9913,47 Punkte und der breiter gefasste Topix-Index um 1,5 Prozent auf 965,94 Zähler. Die schwächere Vorgabe der Wall Street habe zunächst zu Gewinnmitnahmen veranlasst, sagte Händler. Auch der anderen Seiten kauften weiter Ausländer vor allem zyklische Werte. „Es macht Sinn, einige Gewinne mitzunehmen, wenn man den Rückgang bei Dow und den schnellen Anstieg bis gestern sieht“, sagte Teruhisa Ishikawa von Izumi Securities. Der Nikkei hatte in den letzten vier Sitzungen über fünf Prozent gewonnen. Auch der Aktienmarkt in Hongkong zog leicht an, allerdings bröckelten hier im Verlauf die Kurse.

Die Wall Street hatte am Vortag unter den kräftig anziehenden Renditen der US-Staatsanleihen gelitten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,4 Prozent auf rund 9272 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss kaum verändert bei rund 1687 Punkten. Die marktführenden zehnjährigen Staatsanleihen waren in New York um 1-2/32 Punkte gefallen, was ihre Rendite auf 4,56 (Vortag 4,43) Prozent nach oben trieb, dem höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres. In Fernost bröckelte die Rendite geringfügig auf 4,55 Prozent ab.

Der Rückgang der Aktienkurse und der Anstieg der Renditen am Kreditmarkt brachte noch in New York am Vorabend den Dollar gegenüber dem Euro unter Druck. Mit Kursen um 1,1322 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung zwar nahezu unverändert zum New Yorker Schluss, aber deutlich über dem EZB-Referenzkurs von 1,1277 Dollar vom Vortag. Zum Yen stieg der Dollar auf 119,35 von 119,15 Yen am Vorabend in New York.

„Ich denke, dass die jüngsten starken Zahlen von der US-Wirtschaft den Dollar am Ende stützen werden, aber die Investoren sind wegen des kräftigen Anstiegs der Renditen am langen Ende nervös“, erklärte Kosuke Hanao von der Royal Bank of Scotland in Tokio. „Die Tatsache, dass der Dollar trotz guter Einzelhandelszahlen nicht mehr gestiegen ist, ist auch darauf zurückzuführen, dass viele Investoren weltweit zur Zeit in Urlaub sind und die Preise sich nicht normal bewegen. Ich denke der Dollar wird wieder steigen, sobald die Marktteilnehmer wieder zurück sind.“ Andere Händler widersprachen. „Es ist ziemlich sicher, dass sich die US-Wirtschaft erholt, aber der Markt weiß einfach nicht, wie robust die Erholung ist. Deshalb hat er auf die Einzelhandelsumsätze nicht positiv reagiert“, erklärte Toru Umemoto von Morgan Stanley die Marktreaktion. Für Donnerstag steht neben dem Wochenbericht die Statistik zur Entwicklung der Erzeugerpreise an.

Der Goldpreis gab am Donnerstag etwas nach, nachdem er „Huckepack“ mit dem starken Anstieg des Silberpreises zugelegt hatte. Am Öl-Terminmarkt waren die Preise stabil, nachdem sie am Vortag rund einen Dollar gefallen waren. Auslöser dafür war die Nachricht, dass die irakische Haupt-Export-Pipeline im Norden wieder in Betrieb genommen wurde.

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