Schwarz-Pharma unter Druck
Finanzwerte helfen Dax

Kursgewinne bei den Finanzwerten in Folge positiver Nachrichten aus der Branche haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag etwas nach oben geholfen. Die Augen der Börsianer richteten sich am Dienstag aber vornehmlich auf den MDax. „Da gab es heute eindeutig die spannenderen Geschichten“, sagte ein Händler. Im Blickpunkt standen Schwarz Pharma und Pro Sieben Sat1. Die Kurse beider Aktien rauschten nach unten.

rtr/dpa FRANKFURT. Der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 0,97 % auf 3438,36 Punkte aus dem Handel. Zu den stärksten Kursgewinnern gehörten die Index-Schwergewichte Allianz und Münchener Rück, die 2,18 % beziehungsweise 1,52 % zulegten. „Die Finanzwerte profitieren von den starken Quartalszahlen des Schweizer Konkurrenten Credit Suisse Group“, sagte ein Händler.

Auf der Verliererseite ragten die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon heraus, die unter erneut aufgekommenen Gerüchten um eine Platzierung von Infineon-Titeln durch Siemens litten. Die Papiere gingen mit einem Minus von 1,86 % auf 11,60 € aus dem Handel. Ein Siemenssprecher wollte die Gerüchte wie in der Vergangenheit auch am Dienstag nicht kommentieren.

Angesichts heftiger Kursverluste standen erneut die Aktien von Schwarz Pharma im Blickpunkt des Börsentages. Bereits am Vortag hatten die Papiere ausgelöst durch das plötzliche Aufkommen eines US-Konkurrenten massiv an Wert verloren. Schwarz-Pharma-Titel rutschten um fast 13 % auf 26,75 € und haben damit innerhalb von zwei Tagen mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Der Monheimer Pharmakonzern kann wegen der überraschend aufgekommenen Konkurrenz für sein umsatzstarkes Magenmittel Omeprazol sein Gewinnziel für 2003 möglicherweise nicht halten. Am Montag hatte der US-Konkurrent Mylann den Verkaufsstart des Medikaments Omeprazol in den USA angekündigt. Im Dax fielen Altana-Aktien ebenfalls erneut und verloren 0,7 % auf 51,01 €. Der Verkaufsschlager des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Pantoprazol gehört zur gleichen Medikamentenklasse wie Omeprazol.

Auch die Aktie von Pro Sieben Sat1 wurde kräftig gebprügelt. Ein vermutlich geringes Angebot des US-Milliardärs Haim Saban an die Vorzugsaktionäre der ProSiebenSat.1 Media AG hat die Aktien von Deutschlands größtem TV-Sender tief ins Minus gestürzt. Der Käufer des TV-Konzerns habe „wohl kein Interesse“ an den stimmrechtslosen, börsennotierten Papieren, sagten Händler und Analysten übereinstimmend. Saban will laut Verhandlungskreisen nur den Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate an die Aktionäre zahlen; dieser belaufe sich auf etwa 5,60 Euro und liege damit „weit unter“ dem derzeitigen Kurs. Die Aktien brachen um 10,75 Prozent auf 5,98 Euro ein.

Hoffnungen auf Umsatzsteigerungen im zweiten Quartal hoben hingegen die Aktien des Waren- und Versandhandelshauses KarstadtQuelle an die Spitze des MDax. Bereits am Vortag war in der Presse über eine entsprechende Verbesserung des Unternehmensdaten berichtet worden. Der Konzern gab vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Zwischenbilanz an diesem Donnerstag keine genaueren Informationen. Die Papiere stiegen im elektronischen Handel um 7,52 Prozent auf 19,60 Euro.

Am Rentenmarkt fiel der Bund Future um 0,3 Prozent auf 114,13 Punkte. Der Rex legte um 0,13 Prozent auf 118,01 Punkte zu. Die Umlaufrendite sank auf 3,89 (Montag: 3,92) Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1333 (Montag: 1,1307) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8824 (0,8844) Euro.

Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,83 % im Minus bei 9109 Stellen, der Technologieindex Nasdaq wies einen Abschlag von 1,5 % auf 1688 Zähler auf.

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