Schweizer Aktienbörse
Deutlicher Anstieg in Zürich

dpa-afx ZÜRICH. Die Schweizer Aktienbörse hat die Sitzung vom Dienstag dank einem deutlichen Kursanstieg am Nachmittag infolge der Zahlen von Lehman Brothers klar im Plus beendet. Am Morgen deutete wenig auf eine freundliche Sitzung, vielmehr lastete die Kredit- und Finanzkrise weiter auf der Stimmung und die Indizes pendelten in der Nähe des Vortagesschlusses. Doch dies änderte sich kurz nach 14 Uhr schlagartig, als das US-Brokerhauses Lehman Brothers seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen veröffentlichte und die Märkte sichtlich belebte.

Die Zahlen seien zum Teil deutlich besser als erwartet ausgefallen, und vor allem habe die Kreditkrise keine allzu grossen Spuren hinterlassen, wie das zum Teil erwartet worden sei, hieß es in Handelskreisen. Dementsprechend seien einige Akteure auf dem falschen Fuss erwischt worden und es sei vor allem in den Bankentiteln zu starken Deckungskäufen gekommen.

Ob dies allerdings die grosse Wende ist, darf bezweifelt werden. Vorerst warten die Akteure einmal gespannt auf die US-Notenbank Fed, die heute Abend ihren Zinsentscheid bekannt geben wird. Praktisch alle Marktteilnehmer gehen dabei von einer Zinssenkung aus, wobei die Frage sei, ob das Fed die Zinsen um 25, 50 oder gar mehr Basispunkte senke, meinte ein Händler. Zudem dürften die begleitenden Kommentare einmal mehr mit großem Interesse gelesen werden.

Das Blue Chips Barometer SMI schloss 90,19 Punkte beziehungsweise 1,04% höher auf dem Stand von 8 775,94 Punkten (Tagestief 8 666, Tageshoch 8 798). Der Swiss Leader Index (SLI) stieg um 1,10% auf 1 320,80 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI ) um 1,00% auf 7 122,96 Punkte.

Stark profitieren von den Lehman-Brothers-Zahlen konnten logischerweise die hiesigen Grossbanken, die ebenfalls stark von der Kreditkrise betroffen sind. Während sie anfänglich zu den schwächeren Titeln gehörten, waren sie am Schluss in der oberen Hälfte zu finden: Julius Bär gewannen 2,5% auf 77,70 Franken, UBS 2,1% auf 62,15 Franken und Credit Suisse 1,4% auf 76,70 Franken. Dass die Kreditkrise aber nicht so einfach an den Banken vorbeiziehen dürfte, zeigte etwa die Tatsache, dass die Ratingagentur S & P heute den UBS -Ausblick wegen der Krise auf „negativ“ von „stabil“ gesenkt hat.

Größter SMI -Gewinner war aber ABB mit einem Plus von 3,0% auf 28,66 Franken. Die Aktie habe u.a. auf positive Aussagen seitens des US-Konkurrenten General Electric reagiert. Der Finanzchef des US-Industriekonzerns hatte den Industriesektor als in einem guten Zustand bezeichnet. Zudem konnte ABB von einem Grossauftrag (400 Mill. Dollar für einen Offshore-Windpark) profitieren.

Zu den größten Gewinnern gehörten daneben auch noch Baloise (+2,5%), Swatch I (+2,3%), Swatch N (+1,9%), Lonza (+1,9%) und SGS (+1,6%), ohne dass dazu fundamentale News vorhanden gewesen wären.

Deutlich zulegen konnte zudem noch Nestle (+1,2% auf 523 Franken): Hier habe es weiterhin gutes Interesse aus dem institutionellen Lager gegeben, hieß es. Nach Bekanntgabe des neuen CEO am kommenden Donnerstagabend könnte es dann allerdings zu Gewinnmitnahmen kommen, meinen Markteilnehmer.

Gegen den Trend gaben Givaudan um 1,4% nach, Ciba um 0,7% und Syngenta ebenfalls um 0,7%. Unter den Verlierern waren auch wieder Adecco zu finden (-0,5% nach Kurszielsenkung durch die Deutsche Bank).

Mit je +0,2% blieben auch die defensiven Pharmatitel hinter dem Durchschnitt zurück. Zu Beginn der Sitzung hatte Novartis (gute Studienergebnisse) an der SMI -Spitze und Roche am Schluss (Goldman Sachs nahm Aktien von Pan-Europe Conviction Buy List) gelegen.

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