Schweizer Franken und Aktien: Der Ausverkauf geht weiter

Schweizer Franken und Aktien
Der Ausverkauf geht weiter

Die Schweizer Börse findet auch am Tag nach der Freigabe des Franken kein Halt. Der Leitindex SMI verliert fast sechs Prozent, die Kurse von Bankaktien brechen ein. Der Schweizer Markt steht vor der Zerreißprobe.
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Die überraschende Freigabe des Franken sorgt am Freitag für ein heftiges Nachbeben an der Schweizer Börse. Der Leitindex SMI verlor 5,7 Prozent auf 7934 Punkte. Händler sprachen nach dem Kurssturz von knapp 470 Punkten von einem „anhaltend nervösen Geschäft“. Am Vortag gab es beim wichtigsten Aktienbarometer in Zürich einen historischen Kurseinbruch von zeitweise fast 14 Prozent. Am Ende stand ein Minus von 8,67 Prozent.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am Morgen vollkommen unerwartet die seit September 2011 geltende Koppelung des Franken an den Euro aufgehoben. Damit war der Franken seit mehr als drei Jahren künstlich billig gehalten worden - als Schutzschirm für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Der Frankenkurs schoss unmittelbar nach der Entscheidung in die Höhe.

Die Aktien von Julius Bär rutschten am SMI-Ende um weitere 8,3 Prozent auf 37,3 Franken ab. Barclays-Analyst Jeremy Sigee sieht die Investmentbank als größten Verlierer der Franken-Aufwertung in der Branche.
Die schon am Vortag gebeutelten Papiere von Swatch verloren heute weitere 7,2 Prozent. "Der Schritt der SNB ist ein Tsunami, für die Exportwirtschaft und für den Tourismus, letztlich für das ganze Land. Es fehlen mir die Worte," erklärte Swatch-CEO Nick Hayek gestern per E-Mail. Sein Unternehmen ist exportabhängig und von der Aufwertung des Franken besonders betroffen.

Die Anteile am Telekomkonzern Swisscom, der aufgrund des starken Inlandsgeschäfts kaum abhängig ist von der Währungsentwicklung, hielt sich wie schon am Vortag am besten in dem Index. Selbst diese Aktie verlor aber 2,2 Prozent. John Greenwood, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Invesco verliert trotzdem nicht seinen Optimismus: „Auch wenn Schweizer Aktien auf Basis Schweizer Franken Wertverluste verzeichnet haben, sind sie auf US-Dollar-Basis weitgehend gestiegen“.

Der Franken kostet weiter fast einen Euro. Am Freitagvormittag wurde die Schweizer Währung am Devisenmarkt mit rund 0,99 Euro gehandelt. Das ist rund ein Fünftel über dem Niveau der vergangenen Zeit. Am Vortag hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Märkte mit dem überraschenden Beschluss geschockt, die seit September 2011 geltende Koppelung des Franken an den Euro mit sofortiger Wirkung aufzugeben. Daraufhin war der Franken-Kurs sofort in die Höhe geschossen.

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  • Ich verstehe die Emotionalität mancher Kommentare hier nicht.

    Dass es Währungsschwankungen gibt und dass das Koppeln von Währungen an andere, größere, fast nie langfristig funktioniert, ist nichts Neues. Gute Beispiele gibt es zum Beispiel aus Argentinien.

    Daraus muss man doch keine Weltuntergangs-Theorien über die Eurozone zusammenspinnen. Die Schweiz ist ein kleines Land am Rand der Eurozone, dessen exportierende Unternehmen nun ein Problem haben. Dem Mittelstand hier in Deutschland geht es im Vergleich dazu besser.

  • Ja, so ist es. Durch den Euro-Sozialismus haben wir in D viel zu niedrige Preise und Löhne. Da hat mein Vorredner den Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen. Was ist denn daran so schwer zu verstehen?

  • Sind sie auch davon ausgegangen, dass die Schweizer wussten was sie tan als sie den CHF an Euro 3 Jahre lang angekopplet haben? Dann nehme ich an, dass sie bis gestern ein Euro Verfechter waren.

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